Wärmepumpe: Die ehrliche 20-Jahres-Rechnung — Gesamtkosten im Vergleich
TCO-Vergleich über 20 Jahre: Wärmepumpe gegen Gas, Öl und Pellets — mit Förderung, CO2-Preis, Break-even und Sensitivitätsanalyse. Ehrlich nachgerechnet.
Ob sich eine Wärmepumpe lohnt, entscheidet sich nicht am Kaufpreis, sondern über die Gesamtkosten von 20 Jahren: Investition minus Förderung, plus Energie, Wartung und Reparaturen. Im typischen teilsanierten Altbau liegt die Wärmepumpe in unserer Rechnung bei rund 43.100 € Gesamtkosten — etwa 8.600 € unter einer neuen Gasheizung. Dieser Artikel rechnet vier Haustypen komplett durch, legt jede Annahme offen und zeigt, wo die Rechnung kippen kann.
Das Wichtigste in Kürze
- Die Total Cost of Ownership (TCO) umfasst Investition, Förderung, Energie, Wartung und Reparaturen über 20 Jahre — nur dieser Blick ist fair.
- Im teilsanierten Altbau (Szenario B) kostet die Wärmepumpe rund 43.100 €, die Gasheizung rund 51.800 €; Break-even nach gut 8 Jahren — dank Förderung.
- Ohne Förderung amortisiert sich die Wärmepumpe in diesem Szenario erst nach etwa 26 Jahren — die KfW-458-Förderung ist der entscheidende Hebel.
- Der CO2-Preis ist nur bis 2026 belegt (Versteigerungskorridor 55–65 €/t); ab 2027 gilt der EU-Emissionshandel ETS 2 mit offenem Marktpreis — jede Zahl dazu ist Prognose.
- Neubauten erhalten keinen Heizungszuschuss aus KfW 458 — das Programm gilt nur für Gebäude, die bei Antragstellung mindestens fünf Jahre alt sind.
Was in die 20-Jahres-Rechnung gehört
Eine Wärmepumpe hält bei guter Wartung 20 bis 25 Jahre, oft länger. Zehn Jahre wären als Vergleichszeitraum zu kurz (die Investition dominiert), 30 Jahre zu spekulativ (Ersatzinvestitionen, unbekannte Preise). 20 Jahre sind der übliche Planungshorizont für Heizungsanlagen — und unser Rechenrahmen.
Die TCO (Total Cost of Ownership) setzt sich zusammen aus:
- Investition (Anlage, Installation, Umfeldmaßnahmen)
- minus Förderung (Zuschuss aus KfW 458 — seit 2024 die zuständige Stelle für die Heizungsförderung, nicht mehr das BAFA)
- plus Energiekosten über 20 Jahre
- plus Wartung und Reparaturrücklage
Bewusst nicht als Euro-Betrag eingerechnet: eine „Wertsteigerung der Immobilie". Effiziente Heiztechnik ist beim Verkauf nachweislich ein Pluspunkt, aber seriös lässt sich dafür kein pauschaler Betrag ansetzen — dazu unten mehr.
Die Preisannahmen — offen gelegt
Alle Szenarien rechnen mit konstanten Preisen auf dem Stand von 2026. Das ist eine bewusst konservative Annahme, keine Prognose: Steigen fossile Preise (etwa durch den CO2-Preis), wird die Wärmepumpe besser gestellt als hier gezeigt.
| Energieträger | Annahme | Einordnung |
|---|---|---|
| Wärmepumpen-Strom | 25 ct/kWh | Spezialtarife 2026: ca. 20–27 ct/kWh |
| Haushaltsstrom (Vergleich) | 30–36 ct/kWh | wird hier nicht angesetzt — WP-Tarif lohnt fast immer |
| Erdgas | 13 ct/kWh | inkl. CO2-Preis 2026 (ca. 1,4 ct/kWh bei 60 €/t) |
| Heizöl | 10,5 ct/kWh | Richtwert inkl. CO2-Preis (ca. 1,9 ct/kWh); Marktpreis volatil |
| Holzpellets | 6,5 ct/kWh | Richtwert; saisonal schwankend |
Wirkungsgrade: Gas-/Öl-Brennwert 95 %, Pelletkessel 85 % (bezogen auf die nutzbare Wärme). Die Jahresarbeitszahlen (JAZ) der Wärmepumpe stehen bei jedem Szenario dabei — sie sind der wichtigste Effizienzhebel.
Szenario A: Neubau — keine Heizungsförderung, trotzdem klare Sache
Ein Effizienzhaus 40 mit 150 m², Fußbodenheizung und 6.500 kWh Wärmebedarf pro Jahr (Heizung + Warmwasser). Wichtig: Für Neubauten gibt es keinen KfW-458-Zuschuss — das Gebäude muss bei Antragstellung mindestens fünf Jahre alt sein. Im Neubau ist die Wärmepumpe schlicht der Standardweg, die 65-%-EE-Anforderung des GEG zu erfüllen; gefördert wird allenfalls das Gesamtgebäude über das KfW-Programm „Klimafreundlicher Neubau" (Kredit).
| Position | Luft/Wasser-WP | Sole/Wasser-WP |
|---|---|---|
| Investition | 25.000 € | 38.000 € |
| Förderung | 0 € | 0 € |
| JAZ (Annahme) | 4,3 | 5,0 |
| Strom pro Jahr | 1.500 kWh = 375 € | 1.300 kWh = 325 € |
| Energie 20 Jahre | 7.500 € | 6.500 € |
| Wartung + Rücklage (300 €/a) | 6.000 € | 6.000 € |
| TCO 20 Jahre | 38.500 € | 50.500 € |
| Ø pro Jahr | 1.925 € | 2.525 € |
Fazit Szenario A: Die Erdwärmepumpe kostet 13.000 € mehr, spart aber nur 50 € Strom pro Jahr — im hocheffizienten Neubau amortisiert sich die Bohrung praktisch nie. Die Luft/Wasser-Wärmepumpe ist hier die wirtschaftliche Wahl. Ein Gaskessel ist im Neubau keine zulässige Alleinlösung mehr (65-%-EE-Pflicht in Neubaugebieten).
Szenario B: Teilsanierter Altbau — der häufigste Fall
Ein Einfamilienhaus mit 140 m², Baujahr 1985, teilsaniert, 12.000 kWh Wärmebedarf pro Jahr. Die Gasheizung ist 24 Jahre alt und läuft noch — genau dann greift für Selbstnutzer neben der Grundförderung (30 %) auch der Klimageschwindigkeits-Bonus (16 %; BEG-Reform, beschlossen 08.07.2026, gültig ab 21.07.2026; endgültiger Richtlinientext ausstehend), zusammen 46 % Zuschuss auf maximal 28.000 € förderfähige Kosten. Der frühere 5-%-Effizienz-Bonus für Geräte mit natürlichem Kältemittel (R290) ist mit der BEG-Reform entfallen.
| Position | Wärmepumpe | Gas-Brennwert | Öl-Brennwert | Pellets |
|---|---|---|---|---|
| Investition | 30.000 € | 11.000 € | 13.000 € | 26.000 € |
| Zuschuss KfW 458 | −12.880 € (46 % von max. 28.000 €) | 0 € | 0 € | −11.960 € (46 %) |
| Eigenanteil | 17.120 € | 11.000 € | 13.000 € | 14.040 € |
| Effizienz | JAZ 3,3 | η 0,95 | η 0,95 | η 0,85 |
| Energieeinsatz pro Jahr | 3.600 kWh Strom | 12.600 kWh Gas | 12.600 kWh Öl | 14.000 kWh Pellets |
| Energiekosten pro Jahr | 900 € | 1.638 € | 1.323 € | 910 € |
| Energie 20 Jahre | 18.000 € | 32.760 € | 26.460 € | 18.200 € |
| Wartung + Reparaturen pro Jahr | 400 € | 400 € | 500 € | 700 € |
| Wartung + Reparaturen 20 Jahre | 8.000 € | 8.000 € | 10.000 € | 14.000 € |
| TCO 20 Jahre | 43.120 € | 51.760 € | 49.460 € | 46.240 € |
| Ø pro Jahr | 2.156 € | 2.588 € | 2.473 € | 2.312 € |
In der Wärmepumpen-Investition stecken bereits der Tausch von drei Heizkörpern, ein Speicher und der hydraulische Abgleich nach Verfahren B (Fördervoraussetzung). Bei Pellets ist der Lagerraum enthalten; der frühere Emissionsminderungszuschlag von pauschal 2.500 € (bei Staubabscheidung) ist mit der BEG-Reform entfallen.
Das ehrliche Kleingedruckte: Der Vorsprung der Wärmepumpe entsteht zu einem großen Teil durch die Förderung. Ohne den Zuschuss läge ihre TCO bei 56.000 € — dann wäre sie bei konstanten Preisen das teuerste System. Und: Öl ist bei den reinen Energiekosten 2026 je kWh günstiger als Gas; sein Problem ist der höhere CO2-Ausstoß (0,266 statt 0,201 kg/kWh), der bei steigenden CO2-Preisen überproportional durchschlägt.
Rechtlicher Rahmen für neue Fossilheizungen (Stand 3. Juli 2026): Nach geltendem GEG greift die 65-%-EE-Pflicht in Großstädten ab dem 01.11.2026 (verschoben vom 01.07.2026), in übrigen Kommunen ab Mitte 2028 mit der Wärmeplanung. Bis dahin eingebaute Gas-/Ölkessel müssen ab 2029 steigende Anteile erneuerbarer Brennstoffe nutzen. Der Entwurf des Gebäudemodernisierungsgesetzes (GModG) soll die 65-%-Regel durch eine „Bio-Treppe" ersetzen (10 % ab 2029, 15 % ab 2030, 30 % ab 2035, 60 % ab 2040) — Stand heute nicht beschlossen. So oder so gilt: Biomethan und Bio-Heizöl sind teurer als die fossilen Standardprodukte; die Gas-/Öl-Spalten oben sind insofern eher zu günstig gerechnet.
Empfehlung
Angebot prüfen lassen
Algorithmus-basierte Bewertung Ihres Angebots
Über 320 Fachartikel · Algorithmus-basiert
Jetzt startenDer Kostenverlauf: Break-even nach gut acht Jahren
Die entscheidende Frage: Ab wann hat die höhere Anfangsinvestition sich bezahlt gemacht? Für Szenario B (Wärmepumpe gegen Gas):
- Mehrinvestition nach Förderung: 17.120 € − 11.000 € = 6.120 €
- Jährlicher Betriebskostenvorteil: 2.038 € (Gas) − 1.300 € (WP) = 738 €
- Break-even: 6.120 € ÷ 738 €/a ≈ 8,3 Jahre
Zwei Varianten derselben Rechnung:
- Ohne Förderung: Mehrinvestition 19.000 €, Break-even erst nach rund 26 Jahren — jenseits der Lebensdauer. Die Förderung ist also nicht Beiwerk, sondern der Kern der Wirtschaftlichkeit.
- Mit steigendem CO2-Preis: Läge der CO2-Preis im Mittel bei 100 €/t (Illustrationsannahme), verteuert sich Gas um rund 1 ct/kWh; der jährliche Vorteil wächst auf ca. 864 €, der Break-even fällt auf etwa 7,1 Jahre.
Szenario C: Unsanierter Altbau — hier entscheidet das Risiko, nicht der Cent
Ein Einfamilienhaus mit 180 m², Baujahr 1968, kaum saniert: 22.000 kWh Wärmebedarf, alte Heizkörper, ein 35 Jahre alter Ölkessel. Für solche Konstanttemperaturkessel gilt ohnehin die 30-Jahre-Austauschpflicht des § 72 GEG (mit Ausnahmen für selbstnutzende Alteigentümer) — Weiterbetrieb ist also meist keine Option mehr.
| Position | Wärmepumpe | Öl-Brennwert (neu) |
|---|---|---|
| Investition | 40.000 € | 14.000 € |
| Zuschuss KfW 458 | −12.880 € (46 % von max. 28.000 €) | 0 € |
| Eigenanteil | 27.120 € | 14.000 € |
| Effizienz | JAZ 2,9 (alte Heizkörper, 55 °C) | η 0,95 |
| Energie pro Jahr | 7.600 kWh Strom = 1.900 € | 23.200 kWh Öl = 2.436 € |
| Energie 20 Jahre | 38.000 € | 48.720 € |
| Wartung + Reparaturen 20 Jahre | 10.000 € | 10.000 € |
| TCO 20 Jahre | 75.120 € | 72.720 € |
Das ehrliche Ergebnis: Bei konstanten Preisen liegen beide Systeme nah beieinander (Differenz rund 2.400 € über 20 Jahre). Den Ausschlag geben drei Faktoren, die in der Tabelle nicht stehen:
- CO2-Preisrisiko: Läge der CO2-Preis im Mittel bei 100 €/t statt 60 €/t, verteuert sich das Heizöl um rund 1,3 ct/kWh — über 20 Jahre etwa 6.000 € zusätzlich, nur auf der Öl-Seite.
- Effizienz-Bonus: Der frühere 5-%-Bonus für R290-Geräte ist mit der BEG-Reform entfallen — die Kältemittelwahl ändert am Zuschuss nichts mehr.
- Sanierungsstrategie: Wer parallel Dach und Fenster saniert (Richtwert 25.000–35.000 €, separat über die BEG-EM-Gebäudehüllenförderung bezuschusst), senkt den Wärmebedarf Richtung 15.000 kWh und hebt die JAZ auf etwa 3,4 — der WP-Strom fällt dann von 1.900 € auf rund 1.100 € pro Jahr.
Im unsanierten Altbau ist die Wärmepumpe kein Selbstläufer, aber auch kein Verlustgeschäft. Wer sie einbaut, sollte die Vorlauftemperaturen ernst nehmen (Heizkörpertausch einplanen) und die Dämmung als zweiten Schritt mitdenken.
Szenario D: Mehrfamilienhaus aus Vermietersicht
Ein vermietetes MFH mit 4 Wohnungen, 400 m², Baujahr 2000, 28.000 kWh Wärmebedarf, zentraler Gaskessel. Als Vermieter gibt es nur die Grundförderung von 30 % — Klimageschwindigkeits- und Einkommensbonus sind Selbstnutzern vorbehalten. Förderfähig sind bei 4 Wohneinheiten bis zu 73.000 € (28.000 € für die erste, je 15.000 € für die zweite bis sechste Wohneinheit).
| Position | Zentrale Luft-WP (ca. 15 kW) | Gas-Brennwert (neu) |
|---|---|---|
| Investition | 65.000 € | 14.000 € |
| Zuschuss KfW 458 | −19.500 € (30 %) | 0 € |
| Eigenanteil | 45.500 € | 14.000 € |
| Effizienz | JAZ 3,5 | η 0,95 |
| Energie pro Jahr | 8.000 kWh Strom = 2.000 € | 29.500 kWh Gas = 3.835 € |
| Energie 20 Jahre | 40.000 € | 76.700 € |
| Wartung + Reparaturen 20 Jahre | 14.000 € | 12.000 € |
| TCO 20 Jahre | 99.500 € | 102.700 € |
Der reine TCO-Vorsprung ist mit rund 3.200 € moderat — aber für Vermieter kommen drei Effekte dazu: Beim Gaskessel trägt der Vermieter nach dem CO2-Kostenaufteilungsgesetz einen gebäudeabhängigen Anteil des CO2-Preises selbst. Für die geförderte Wärmepumpe erlaubt § 559e BGB eine Modernisierungsumlage von 10 % der um die Förderung gekürzten Kosten pro Jahr (gedeckelt auf 0,50 €/m² monatlich). Der frühere 5-%-Effizienz-Bonus für R290-Geräte ist mit der BEG-Reform entfallen. Eine Prüfpflicht nach § 60a GEG besteht hier übrigens nicht — sie greift erst ab sechs Wohneinheiten.
Der CO2-Preis: belegt bis 2026, danach offen
Der nationale CO2-Preis (BEHG) auf Gas und Heizöl ist bis 2026 gesetzlich fixiert. Ab 2027 wechselt Deutschland in den EU-Emissionshandel ETS 2 — dann bildet sich der Preis am Markt. Jede Zahl für 2027 und später ist eine Prognose, keine Gewissheit; viele Fachprognosen erwarten höhere Preise als heute, die Bandbreite ist groß.
Zur Einordnung, was der CO2-Preis je Kilowattstunde bedeutet (brutto, gerundet):
| CO2-Preis | Aufschlag Erdgas | Aufschlag Heizöl | Aufschlag WP-Strom |
|---|---|---|---|
| 60 €/t (≈ 2026) | ca. 1,4 ct/kWh | ca. 1,9 ct/kWh | 0 |
| 100 €/t (Illustration) | ca. 2,4 ct/kWh | ca. 3,2 ct/kWh | 0 |
Die Aufschläge für 2026 stecken bereits in unseren Preisannahmen. Wärmepumpenstrom trägt keinen BEHG-/ETS-2-Aufschlag; der EU-Strommarkt bepreist CO2 an anderer Stelle, tendenziell sinkt die CO2-Last des Stroms mit dem Ausbau der Erneuerbaren.
Sensitivitätsanalyse: Wann kippt die Rechnung?
Szenario B, Wärmepumpe gegen Gas — was passiert, wenn sich die Preisannahmen ändern?
| Szenario | TCO Wärmepumpe | TCO Gas | Vorteil WP |
|---|---|---|---|
| Basis (25 ct / 13 ct) | 43.120 € | 51.760 € | 8.640 € |
| Strom +20 % (30 ct) | 46.720 € | 51.760 € | 5.040 € |
| Strom −20 % (20 ct) | 39.520 € | 51.760 € | 12.240 € |
| Gas +30 % (17 ct) | 43.120 € | 61.840 € | 18.720 € |
| Strom +20 % und Gas +30 % | 46.720 € | 61.840 € | 15.120 € |
Bemerkenswert: Selbst wenn nur der Strompreis steigt und Gas konstant bleibt — das unwahrscheinlichste Szenario, weil Gaskraftwerke den Strompreis mitprägen —, bleibt die Wärmepumpe in diesem Haus vorn. Kippen würde die Rechnung erst bei einer JAZ deutlich unter 3 in Kombination mit Haushaltsstrompreisen — genau deshalb sind saubere Planung und ein WP-Stromtarif so wichtig.
Finanzierung: Rate gegen Ersparnis
Wer den Eigenanteil nicht aus Rücklagen zahlt, kann den KfW-Ergänzungskredit (358/359) nutzen: bis 120.000 € je Wohneinheit, zinsverbilligt bei einem Haushaltseinkommen bis 90.000 €, Voraussetzung ist die Zuschusszusage. Beispielrechnung für Szenario B (Annahme: 15.000 € Kredit, 10 Jahre, 3,5 % effektiv — der tatsächliche Zins ist tagesabhängig):
- Monatsrate: ca. 150 €
- Monatliche Betriebskostenersparnis gegenüber Gas: ca. 62 €
- Netto-Mehrbelastung: ca. 88 €/Monat für 10 Jahre — danach wirkt die volle Ersparnis
Die Wärmepumpe lässt sich so ohne Entnahme der Ersparnisse finanzieren; wer schneller tilgt, spart Zinsen, erhöht aber die Monatsbelastung.
Was ist mit dem Immobilienwert?
Frühere Fassungen solcher Rechnungen setzen gern pauschal 5.000–15.000 € „Wertsteigerung" an. Das ist unseriös: Der Effekt existiert (Energieeffizienz und Heizungsart fließen erkennbar in Kaufpreise ein, ein alter Ölkessel ist ein Verkaufsmalus), aber seine Höhe hängt von Lage, Marktphase und Gesamtzustand ab und lässt sich nicht pauschal beziffern. Deshalb taucht er in unseren Tabellen nicht als Betrag auf — betrachten Sie ihn als stillen Bonus auf der Wärmepumpen-Seite.
Langfrist-Szenarien bis 2046: Annahmen, keine Prognosen
Niemand kennt die Energiepreise des Jahres 2046 — jede 20-Jahres-Aussage steht und fällt mit den Annahmen. Drei plausible Pfade für Szenario B (Gas-Betriebskosten inkl. CO2-Wirkung, gerundet):
| Szenario | Annahmen | Gas-Energiekosten 20 Jahre | Zum Vergleich: Basis |
|---|---|---|---|
| Konservativ | Preise konstant, CO2 bleibt ≈ 60 €/t | 32.800 € | 32.760 € |
| Moderat | Gas +2 %/a, ETS 2 um 100 €/t | ca. 42.000–46.000 € | +28–40 % |
| Angespannt | Gasmarkt-Krisen, ETS 2 deutlich über 100 €/t | ca. 52.000–60.000 € | +60–80 % |
Für den WP-Strom wirken zwei gegenläufige Kräfte: steigende Netzentgelte einerseits, wachsender EE-Anteil, §-14a-Rabatte und Konkurrenz der WP-Tarife andererseits. Eine Spreizung wie beim Gas ist nicht plausibel. Strukturell gilt: Steigen die Energiepreise insgesamt, steigt der fossile Pfad stärker — die Wärmepumpe wird relativ besser, in keinem realistischen Pfad schlechter.
Checkliste: TCO für Ihr Haus selbst rechnen
- Wärmebedarf ermitteln: kWh/Jahr aus Verbrauchsabrechnung (Gas: kWh ≈ m³ × 10) oder Energieberatung
- Realistische JAZ ansetzen: 2,8–3,3 mit alten Heizkörpern, 3,5–4,5 mit Flächenheizung — nicht den Prospekt-SCOP
- Investition anfragen: Luft-WP 18.000–30.000 €, Sole 28.000–40.000 € (Richtwerte inkl. Installation)
- Förderung prüfen: 30–80 % aus KfW 458, förderfähige Kosten max. 28.000 € (1. Wohneinheit); Antrag zwingend vor Vertragsabschluss
- WP-Stromtarif einholen: 20–27 ct/kWh statt Haushaltsstrom — der größte laufende Hebel
- Wartung + Rücklage einplanen: 300–500 €/Jahr
- Vergleichssystem ehrlich rechnen: inkl. CO2-Preis, Schornsteinfeger, künftiger Bio-Brennstoffquoten
- Sensitivität testen: Was passiert bei Strom +20 %? Bei Gas +30 %?
Fazit: Die Förderung macht den Unterschied — die JAZ hält ihn
Über 20 Jahre gerechnet ist die Wärmepumpe 2026 in den meisten Konstellationen das günstigste Heizsystem: im teilsanierten Altbau rund 8.600 € vor Gas (Break-even gut 8 Jahre), im Neubau konkurrenzlos, im MFH mit Zusatzargumenten jenseits der reinen TCO. Ehrlich bleiben muss man an zwei Stellen: Ohne Förderung trägt sich die Rechnung im Bestand oft nicht — und im unsanierten Altbau entscheidet nicht der heutige Cent, sondern das CO2-Preisrisiko und die Sanierungsstrategie. Wer die Förderung mitnimmt, eine realistische JAZ plant und einen WP-Tarif abschließt, kauft mit der Wärmepumpe das System mit den niedrigsten Gesamtkosten und dem geringsten Preisrisiko.
Häufige Fragen zur 20-Jahres-Rechnung
Warum schneidet Öl bei den reinen Energiekosten besser ab als Gas?
Weil Heizöl 2026 je Kilowattstunde schlicht günstiger ist (ca. 10,5 gegen 13 ct inkl. CO2-Preis). Öls Schwäche liegt in der Zukunft: höherer CO2-Faktor (0,266 gegen 0,201 kg/kWh), volatiler Weltmarkt, ab 2027 offener ETS-2-Preis. In den Langfrist-Szenarien dreht sich das Bild deshalb zuungunsten des Öls.
Kann sich eine Wärmepumpe im unsanierten Haus amortisieren?
Bei konstanten Preisen liegt sie dort leicht über einem neuen Ölkessel (Szenario C). Die Empfehlung lautet: Wärmepumpe mit Heizkörpertausch einbauen, Förderung nutzen und die Dämmung schrittweise nachziehen — jede Sanierungsmaßnahme senkt den Stromverbrauch doppelt (weniger Bedarf, bessere JAZ).
Was passiert nach 20 Jahren — ist die Wärmepumpe dann kaputt?
Nein. Gut gewartete Anlagen laufen 20 bis 25 Jahre und mehr. Ab etwa Jahr 15–20 steigt das Risiko größerer Reparaturen (Verdichter, Regelung) — dafür ist die Reparaturrücklage in unserer Rechnung da. Nach der Amortisation heizt die Anlage zu reinen Betriebskosten von grob 1.300 €/Jahr (Szenario B).
Ist die Förderung garantiert?
Nein. Die Bundesregierung hat die Heizungsförderung nach eigener Aussage „bis 2029 sichergestellt", aber Fördersätze können sich ändern — die BEG-Reform vom 08.07.2026 hat etwa den Klimageschwindigkeits-Bonus gekürzt und den Einkommens-Bonus gestaffelt erhöht. Wer den Tausch plant, sollte die aktuellen Konditionen nutzen und nicht auf bessere warten. Wichtig: Zuschusszusage immer vor Vertragsabschluss einholen.
Lohnt sich Erdwärme gegenüber Luft-Wärmepumpe?
Im effizienten Neubau fast nie (Szenario A: 13.000 € Mehrkosten gegen 50 € Stromersparnis pro Jahr). Interessant wird Sole bei hohem Wärmebedarf, strengen Schallanforderungen oder wenn die stabilere JAZ (4,0–5,0 im Bestand) die Mehrinvestition über die Laufzeit hereinholt — der frühere 5-%-Effizienz-Bonus für Erdwärme ist mit der BEG-Reform entfallen; das bleibt eine Einzelfallrechnung.
Wie sieht die Rechnung im Mehrfamilienhaus aus?
Der reine TCO-Vorsprung ist als Vermieter kleiner, weil nur 30 % Grundförderung fließen. Dafür sprechen drei Sonderfaktoren für die Wärmepumpe: die CO2-Kostenaufteilung belastet Vermieter beim Gaskessel, § 559e BGB erlaubt eine Modernisierungsumlage, und die gestaffelten förderfähigen Kosten (28.000 € + 15.000 € je weitere Wohneinheit bis zur sechsten, danach 8.000 €) wachsen mit der Gebäudegröße.
Stand: 9. Juli 2026. Alle Förder- und Preisangaben ohne Gewähr; maßgeblich sind die offiziellen Programmbedingungen. Preisannahmen sind Richtwerte (Redaktionsrahmen 2026); Energiepreis- und CO2-Szenarien sind Annahmen, keine Prognosen.
Angebot prüfen lassen
Algorithmus-basierte Bewertung Ihres Angebots
Über 320 Fachartikel · Algorithmus-basiert
Jetzt startenKostenlos starten — keine Registrierung nötig
Weitere Artikel in Kosten & Wirtschaftlichkeit
Was kostet eine Wärmepumpe 2026? Alle Kosten ehrlich aufgeschlüsselt
Wärmepumpe-Kosten 2026 komplett aufgeschlüsselt: Gerät, Installation, Erschließung, Betrieb und KfW-Förderung – mit nachgerechneten Beispielen für alle Typen.
Luft-Wärmepumpe Kosten 2026: Anschaffung, Installation & Betrieb im Detail
Luft-Wärmepumpe: alle Kosten 2026 im Detail – Gerätepreise, Installation Schritt für Schritt, Betriebskosten nach Haustyp und drei nachgerechnete Fallbeispiele.
Erdwärmepumpe Kosten 2026: Bohrung, Anlage und laufende Kosten komplett
Erdwärmepumpe-Kosten 2026: Sonde oder Kollektor, Bohrung, Genehmigung, Betrieb – mit nachgerechneter Beispielrechnung und ehrlicher Amortisation.