Wärmepumpen-Hersteller Vergleich 2026: 12 Marken ehrlich bewertet
12 Wärmepumpen-Hersteller im Vergleich 2026: Kältemittel-Strategie, Service, Modellprogramm, Preisniveau — und was die Marke wirklich entscheidet.
299.000 Heizungs-Wärmepumpen wurden 2025 in Deutschland verkauft — ein Plus von 55 Prozent, erstmals war knapp jeder zweite neu verkaufte Wärmeerzeuger eine Wärmepumpe. Gleichzeitig hat sich die Herstellerlandschaft kräftig verschoben: Viessmanns Klimasparte gehört inzwischen zum US-Konzern Carrier, japanische Klimariesen drängen mit Propan-Geräten in den Markt, und junge Spezialisten wie Lambda fordern die Etablierten bei der Effizienz heraus. Dieser Vergleich ordnet zwölf relevante Marken ein — nach offengelegten Kriterien, ohne Testnoten und ohne Ranking-Theater.
Das Wichtigste in Kürze
- Der Markt boomt wieder: 299.000 verkaufte Heizungs-Wärmepumpen 2025 (+55 %), davon 95 % Luft/Wasser-Geräte.
- Wichtigstes Zukunftskriterium ist das Kältemittel: Die F-Gase-Verordnung verdrängt R32 und R410A ab 2027 stufenweise aus kleinen Geräten — Propan (R290, GWP ≈ 3) ist der neue Standard.
- Die reale Jahresarbeitszahl hängt stärker von Planung, Heizflächen und Einstellung ab als vom Markenlogo.
- Deutsche Vollsortimenter punkten mit Servicenetz und Ersatzteilversorgung, japanische Konzerne mit Preis und Klimatechnik-Erfahrung, Spezialisten mit Effizienz.
- Eigentümerwechsel beachten: Viessmann Climate Solutions gehört seit Anfang 2024 zu Carrier (USA), Waterkotte seit 2020 zur schwedischen NIBE-Gruppe.
Wie dieser Vergleich bewertet — und was er bewusst nicht kann
Grundlage dieses Vergleichs sind Herstellerangaben (Datenblätter, Preislisten, Garantiebedingungen), Marktdaten des Bundesverbands Wärmepumpe (BWP) und die Einordnung aus der Sachverständigenpraxis. Was dieser Vergleich bewusst nicht liefert: eigene Labormessungen, Testnoten oder einen „Testsieger". Seriös vergleichen lassen sich Produktprogramme, Strukturen und Strategien — nicht pauschale „Marken-JAZ", denn die reale Effizienz entsteht im Gebäude, nicht im Prospekt.
Fünf Kriterien strukturieren die Bewertung:
- Produktprogramm: Welche Wärmequellen (Luft, Erdreich, Wasser), welche Leistungsklassen, welche Bauformen (Monoblock, Split, Integralgerät) deckt der Hersteller ab?
- Kältemittel-Strategie: Wie weit ist die Umstellung auf Propan (R290) bzw. andere Kältemittel mit niedrigem Treibhauspotenzial?
- Service und Ersatzteile: Wie dicht ist das Partner- und Kundendienstnetz in Deutschland?
- Preisniveau: Wo liegt der Hersteller im Listenpreis-Vergleich ähnlicher Geräteklassen (Einordnung: € = Einstieg, €€ = Mittelfeld, €€€ = Premium)?
- Unternehmensstabilität: Wer steht hinter der Marke — und wie sicher ist die Ersatzteilversorgung über 15 bis 20 Jahre Gerätelebensdauer?
Zur Kosteneinordnung: Für eine komplette Luft/Wasser-Installation im Einfamilienhaus sind 2026 in der Regel 18.000 bis 30.000 Euro vor Förderung realistisch, für Sole/Wasser-Anlagen mit Bohrung 28.000 bis 40.000 Euro. Die reinen Gerätelistenpreise liegen deutlich darunter und streuen stark nach Leistungsklasse und Ausstattung — deshalb arbeitet die Vergleichstabelle mit Preisniveau-Stufen statt mit Scheingenauigkeit. Die Heizungsförderung (KfW-Programm 458) übernimmt 30 bis 80 Prozent (BEG-Reform, beschlossen 08.07.2026, gültig ab 21.07.2026; endgültiger Richtlinientext ausstehend) von maximal 28.000 Euro förderfähigen Kosten.
Der Markt 2026: Comeback nach dem Einbruch
Nach dem Rekordjahr 2023 (356.000 Geräte) und dem Einbruch 2024 (193.000, −46 %) hat sich der Markt 2025 kräftig erholt: 299.000 verkaufte Heizungs-Wärmepumpen bedeuten ein Plus von 55 Prozent. Luft/Wasser-Geräte dominieren mit 95 Prozent Marktanteil; Erdwärmepumpen kamen auf rund 16.000 Stück (5 Prozent). Die Förderstatistik zeigt denselben Trend: über 288.000 Förderzusagen mit Wärmepumpe (+91 %) allein 2025.
Für Käufer heißt das: Die Lieferengpässe von 2022/2023 sind Geschichte, der Wettbewerb ist intensiv — gute Voraussetzungen, um Angebote mehrerer Hersteller gegeneinander zu vergleichen.
Zwölf Hersteller im Überblick
| Hersteller | Sitz / Konzern | Schwerpunkt | R290-Beispielserie¹ | Portfolio | Service-Netz DE² | Preisniveau² |
|---|---|---|---|---|---|---|
| Viessmann | Allendorf (DE), seit 2024 Carrier Global (USA) | Vollsortimenter | Vitocal 250-A/252-A | Luft, Sole, Split | sehr dicht | €€–€€€ |
| Vaillant | Remscheid (DE), Familienunternehmen | Vollsortimenter | aroTHERM plus | Luft, Sole, Hybrid | sehr dicht | €€–€€€ |
| Bosch | Wetzlar (DE), Bosch-Gruppe (mit Buderus) | Vollsortimenter | Compress 5800i/6800i AW | Luft, Sole | dicht | €€ |
| Stiebel Eltron | Holzminden (DE), Familienunternehmen | Premium, Integralgeräte | Umstellung läuft¹ | Luft, Sole, Lüftungsintegral | dicht | €€€ |
| Daikin | Osaka (JP), Produktion auch EU | Klimakonzern | Altherma 4 | Luft (breit), Hochtemperatur | mittel | €–€€ |
| Mitsubishi Electric | Tokio (JP) | Klimakonzern | Ecodan R290-Monoblock¹ | Luft | mittel | €–€€ |
| Panasonic | Osaka (JP) | Klimakonzern | Aquarea L | Luft | mittel | €–€€ |
| NIBE | Markaryd (SE), NIBE-Gruppe | Premium Nordeuropa | S2125 | Luft, Sole, Abluft | mittel | €€€ |
| Ochsner | Haag (AT), Familienunternehmen | Premium, Erdwärme + Luft | AIR-Serie¹ | Luft, Sole, Groß-WP | mittel (Süden dichter) | €€€ |
| Lambda | Kirchbichl (AT), gegründet 2019 | Effizienz-Spezialist | EU-L „Eureka" | Luft | klein, im Aufbau | €€€ |
| Waterkotte | Herne (DE), NIBE-Gruppe (seit 2020) | Erdwärme-Pionier (seit 1976) | Schwerpunkt Sole¹ | Sole, Wasser, Groß-WP | spezialisiert | €€€ |
| Tecalor | Holzminden (DE), Stiebel-Eltron-Tochter | Fertighaus/B2B | R290-Geräte im Programm¹ | Luft, Lüftungsintegral | über Konzernstrukturen | €€ |
¹ Kältemittel- und Serienangaben sind Herstellerangaben (Stand Juli 2026); der Umstellungsstand ändert sich laufend — vor dem Kauf das konkrete Modell prüfen. ² Redaktionelle Einordnung nach Partnerdichte bzw. Listenpreisniveau vergleichbarer Luft/Wasser-Geräteklassen, kein Messwert.
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Jetzt startenKältemittel: die wichtigste Weichenstellung beim Kauf 2026
Die EU-F-Gase-Verordnung 2024/573 legt einen harten Fahrplan fest: Ab dem 1. Januar 2027 dürfen Split-Geräte bis 12 kW und Monoblocks bis 50 kW nur noch mit Kältemitteln unter GWP 150 in Verkehr gebracht werden — das ist das faktische Aus für R32 (GWP 675) und R410A (GWP 2.088) in diesen Segmenten. Ab 2032 sind bei Monoblocks bis 12 kW, ab 2035 auch bei Split-Geräten bis 12 kW nur noch natürliche Kältemittel zulässig. Propan (R290) mit einem GWP von etwa 3 erfüllt alle Stufen und ist bei neuen Luft/Wasser-Monoblocks bereits Marktstandard.
Zwei praktische Konsequenzen: Erstens gibt es für Wärmepumpen mit natürlichem Kältemittel kein Förder-Plus mehr — der frühere Effizienz-Bonus von 5 Prozentpunkten in der KfW-Förderung ist mit der BEG-Reform entfallen. Zweitens ist die Ersatzteil- und Kältemittelversorgung bei R290 langfristig unkritisch, während R410A-Altgeräte perspektivisch teurer im Service werden. Wichtig: Bereits installierte Anlagen genießen Bestandsschutz — niemand muss eine laufende R32-Anlage austauschen.
Die vier Großen aus Deutschland
Viessmann — Vollsortimenter unter neuer Flagge
Der Traditionshersteller aus Allendorf (Eder) hat das breiteste Programm im Markt: Luft/Wasser-Monoblocks der Generation Vitocal 250-A/252-A mit R290 und bis zu 70 °C Vorlauftemperatur (Herstellerangabe), Split-Geräte (Vitocal 200-S) und Sole/Wasser-Maschinen (Vitocal 300-G). Dazu kommen ein sehr dichtes Fachpartnernetz und die ViCare-App zur Fernüberwachung. Seit Anfang 2024 gehört die Sparte Viessmann Climate Solutions zum US-Konzern Carrier Global — an Vertrieb, Service und Markenauftritt in Deutschland hat sich bislang wenig geändert, langfristige Konzernentscheidungen sind aber ein Punkt, den Käufer im Blick behalten dürfen. Preislich spielt Viessmann im mittleren bis oberen Segment. Passt zu: Käufern, die maximale Modellauswahl und flächendeckenden Service wollen.
Vaillant — der familiengeführte Platzhirsch
Vaillant (Remscheid, seit 1874 in Familienbesitz) hat mit der aroTHERM plus einen der meistverkauften R290-Monoblocks Deutschlands im Programm, dazu Sole-Geräte (flexoTHERM, geoTHERM) und Hybrid-Lösungen in Kombination mit Gas-Brennwertgeräten. Die myVAILLANT-App gehört zu den ausgereiftesten Bedienplattformen. Das Fachpartnernetz ist mit dem von Viessmann vergleichbar — kaum eine Region ohne Vaillant-Betrieb. Preislich gehoben, aber selten Spitzenreiter. Passt zu: Käufern, die lokalen Service, erprobte Serientechnik und im Altbau auch eine Hybrid-Option suchen.
Bosch — Konzernkraft mit zwei Marken
Die Bosch Home Comfort Group (früher Bosch Thermotechnik) bedient den Markt mit den Marken Bosch und Buderus. Die Luft/Wasser-Monoblocks Compress 5800i AW und 6800i AW arbeiten mit R290 und gehören laut Herstellerangaben zu den kompakteren und leiseren Geräten ihrer Klasse; das Buderus-Pendant Logatherm WLW186i ist technisch eng verwandt. Über die Heizungsmarken hinweg besteht ein großes Service- und Ersatzteilnetz. Das Sole-Programm ist schmaler als bei Viessmann oder Stiebel Eltron. Passt zu: preisbewussten Käufern, die Konzern-Rückhalt und moderne R290-Technik verbinden wollen.
Stiebel Eltron — Premium aus Holzminden
Das Familienunternehmen (gegründet 1924) fertigt in Holzminden Luft/Wasser-Geräte (WPL-Reihe), Sole-Maschinen (WPE-I) und — ein Alleinstellungsmerkmal — Lüftungsintegralgeräte (LWZ), die Heizung, Warmwasser und Wohnungslüftung im Neubau kombinieren. Ein eigener Werkskundendienst ergänzt das Partnernetz. Bei den Kältemitteln läuft die Umstellung auf klimafreundliche Alternativen; der Stand unterscheidet sich je Modellreihe (Herstellerangaben prüfen). Preislich klar Premium. Passt zu: Neubauten mit Lüftungsbedarf, Erdwärme-Projekten und Käufern, die auf deutsche Fertigung Wert legen.
Spezialisten und Herausforderer
NIBE — die stille Großmacht aus Schweden
NIBE (Markaryd, gegründet 1952) ist einer der größten Wärmepumpen-Konzerne Europas; zur Gruppe gehört in Deutschland unter anderem der Erdwärme-Spezialist Waterkotte. Das eigene Programm reicht von Luft/Wasser-Monoblocks (S2125 mit R290) über Sole-Geräte bis zu Abluft-Wärmepumpen; der Vertrieb läuft über eine deutsche Tochter in Celle. Das Partnernetz ist solide, aber dünner als bei den deutschen Vollsortimentern. Passt zu: Käufern, die skandinavische Systemtechnik und Smart-Grid-Funktionen schätzen und einen erfahrenen NIBE-Partner in der Nähe haben.
Ochsner — Premium aus Österreich
Ochsner (Haag, Österreich) baut seit 1978 Wärmepumpen und gehört zu den Pionieren der Branche — vom Luft-Programm (AIR-Serie, aktuelle Geräte mit R290 laut Hersteller) über Erdwärme bis zu Großwärmepumpen für Gewerbe und Netze. Die Fertigungsqualität gilt als hoch, Hochtemperatur-Varianten decken auch anspruchsvolle Altbauten ab. Das Servicenetz ist in Süddeutschland deutlich dichter als im Norden. Preislich Premium. Passt zu: anspruchsvollen Projekten mit Erdwärme oder hohen Vorlauftemperaturen — sofern ein Ochsner-Partner in der Region arbeitet.
Lambda — der Effizienz-Herausforderer
Das 2019 gegründete Tiroler Unternehmen (Kirchbichl) hat sich mit der EU-L-Serie („Eureka") einen Namen gemacht: R290, patentierter 3K-Prozess, Datenblatt-SCOP bis 5,68 beim EU13L (35 °C Vorlauf); am Schweizer Wärmepumpen-Testzentrum Buchs wurden laut Hersteller sogar Werte bis 6,10 gemessen, bei 55 °C Vorlauf noch 4,57. Vorlauftemperaturen bis 70 °C ohne Heizstab (Herstellerangabe) machen die Geräte auch für Altbauten interessant. Wichtig einzuordnen: SCOP-Werte sind Normwerte — die Jahresarbeitszahl im realen Gebäude liegt darunter, im Altbau mit 55-°C-Heizkörpern deutlich. Grenzen: Premium-Preis, junges Unternehmen, Installateurs- und Servicenetz in Deutschland noch im Aufbau (Vertrieb teils über Partner wie Zewotherm). Passt zu: Effizienz-Maximierern mit qualifiziertem Fachbetrieb vor Ort.
Waterkotte — der Erdwärme-Pionier
Waterkotte (Herne, gegründet 1976 von Klemens Waterkotte) zählt zu den europäischen Wegbereitern der Erdwärme und gehört seit 2020 zur schwedischen NIBE-Gruppe. Der Schwerpunkt liegt klar auf Sole/Wasser- und Wasser/Wasser-Anlagen — vom Einfamilienhaus bis zu Großwärmepumpen im Megawatt-Bereich. Ein breites Luft/Wasser-Massenprogramm ist nicht das Geschäftsmodell, die Partnerbasis entsprechend spezialisiert. Passt zu: Erdwärme-Projekten, Mehrfamilienhäusern und Gewerbe — nicht zum schnellen Standard-Lufttausch.
Tecalor — die B2B-Schwester von Stiebel Eltron
Tecalor (Holzminden, gegründet 2001) ist eine Tochter der Stiebel-Eltron-Gruppe und vertreibt technisch auf Konzernbasis gefertigte Wärmepumpen und Lüftungsintegralgeräte (THZ) — traditionell stark im Fertighausbau. R290-Geräte sind im Programm (Herstellerangabe), der Service läuft über die Strukturen der Muttergesellschaft. Die frühere Einordnung als „Schweizer/österreichischer Hersteller" kursiert in manchen Vergleichen — sie ist schlicht falsch. Passt zu: Neubau- und Fertighausprojekten mit integrierter Lüftung.
Die japanischen Klimakonzerne: Daikin, Mitsubishi Electric, Panasonic
Daikin, der weltgrößte Klimatechnik-Konzern, fertigt auch in Europa und hat mit der Altherma 3 (R32, als „H HT" mit Hochtemperatur-Auslegung für Altbauten) eine breit installierte Basis; 2025 kam die Altherma 4 mit R290 auf den Markt. Preislich oft aggressiv. Mitsubishi Electric bietet mit der Ecodan-Reihe robuste Invertertechnik, inzwischen auch als R290-Monoblock (Herstellerangabe). Panasonic hat mit der Aquarea-L-Serie bereits seit 2023 ein R290-Flaggschiff — die alte Pauschalkritik „Japaner = veraltetes Kältemittel" stimmt 2026 so nicht mehr. Gemeinsame Grenze aller drei: Das Service- und Fachpartnernetz in Deutschland ist regional unterschiedlich dicht, Sole-Programme fehlen weitgehend. Passen zu: preisbewussten Käufern mit einem erfahrenen Fachbetrieb, der die jeweilige Marke regelmäßig verbaut.
Wer in dieser Liste fehlt: Auch Wolf (CHA-Monoblock mit R290), Buderus (Bosch-Schwestermarke), alpha innotec, Weishaupt, Hoval sowie die asiatischen Volumenmarken LG, Samsung und Midea spielen im deutschen Markt mit. Die Auswahl der zwölf Marken deckt die meistangebotenen Segmente ab, erhebt aber keinen Vollständigkeitsanspruch.
Welcher Hersteller passt zu welchem Projekt?
| Situation / Profil | Erste Wahl | Ebenfalls prüfen |
|---|---|---|
| Maximales Servicenetz | Viessmann, Vaillant | Bosch/Buderus |
| Preisbewusster Standard (Luft/Wasser) | Bosch, Daikin, Panasonic | Mitsubishi Electric |
| Erdwärme / Sole | Stiebel Eltron, Ochsner, Waterkotte | NIBE, Vaillant |
| Maximale Effizienz (Luft/Wasser) | Lambda, Ochsner | NIBE S2125 |
| Altbau mit hohen Vorlauftemperaturen | Daikin Altherma 3 H HT, Ochsner | Lambda (bis 70 °C), Viessmann |
| Neubau/Fertighaus mit Lüftung | Stiebel Eltron, Tecalor | NIBE (Abluft) |
| R290 / natürliches Kältemittel (der frühere KfW-Effizienzbonus ist entfallen) | Vaillant, Viessmann, Bosch | Lambda, Panasonic Aquarea L, Daikin Altherma 4 |
Was die Marke nicht entscheidet: Planung schlägt Logo
In Gutachten zu auffälligen Anlagen zeigt sich regelmäßig dasselbe Muster: Die Probleme liegen selten am Fabrikat, sondern an Auslegung und Inbetriebnahme — zu große oder zu kleine Geräte, fehlender hydraulischer Abgleich, zu steile Heizkurven, unnötig hohe Warmwasser-Solltemperaturen. Zwei identische Wärmepumpen können im selben Ort eine Jahresarbeitszahl von 2,8 oder 4,2 erreichen, je nachdem, wie sorgfältig geplant und eingestellt wurde.
Was der Unterschied kostet, zeigt eine einfache Rechnung mit dem Wärmepumpen-Stromtarif von 25 ct/kWh: Bei JAZ 3,0 kostet die Kilowattstunde Wärme 8,3 Cent, bei JAZ 4,0 nur 6,3 Cent. Bei 15.000 kWh Jahreswärmebedarf sind das 1.250 Euro statt 938 Euro Stromkosten — rund 310 Euro Mehrkosten pro Jahr, allein durch schlechtere Ausführung. Deshalb gilt: Erst die Planung prüfen (Heizlast, Heizflächen, Vorlauftemperatur), dann die Marke wählen — nicht umgekehrt.
Fazit: Vier solide Wege zur passenden Marke
Für die meisten Standardprojekte führen 2026 vier Wege zum Ziel: Viessmann oder Vaillant, wenn Servicenetz und Modellauswahl Priorität haben; Bosch/Buderus, wenn Preis-Leistung mit Konzern-Rückhalt zählt; Stiebel Eltron, Ochsner oder Waterkotte bei Erdwärme und Premium-Ansprüchen; Daikin, Panasonic oder Mitsubishi, wenn das Budget knapp ist und ein markenerfahrener Fachbetrieb bereitsteht. Spezialisten wie Lambda lohnen den Blick, wenn Effizienz das dominierende Kriterium ist und der Service vor Ort geklärt werden kann. Entscheidend bleibt in jedem Fall: R290 bevorzugen, Angebot und Planung unabhängig prüfen lassen — und die Anlage nach dem ersten Winter nachjustieren.
Häufige Fragen zum Hersteller-Vergleich
Welcher Wärmepumpen-Hersteller ist 2026 der beste?
Einen objektiven „Testsieger" gibt es nicht — seriös ist nur die Antwort nach Einsatzprofil. Für maximalen Service: Viessmann oder Vaillant. Für Preis-Leistung: Bosch oder die japanischen Konzerne. Für Erdwärme: Stiebel Eltron, Ochsner, Waterkotte. Für maximale Luft/Wasser-Effizienz: Lambda oder Ochsner. Wichtiger als die Marke sind Planung, Auslegung und der ausführende Betrieb.
Sind deutsche Hersteller besser als japanische?
Pauschal nein. Deutsche Hersteller führen bei Servicenetz und Ersatzteillogistik, japanische Konzerne bringen jahrzehntelange Invertertechnik-Erfahrung und oft günstigere Preise mit. Beim Kältemittel haben die Japaner aufgeholt: Panasonic (Aquarea L, seit 2023) und Daikin (Altherma 4, seit 2025) bieten R290-Geräte an.
Wie wichtig ist das Kältemittel beim Kauf?
Sehr wichtig. Ab 2027 dürfen kleine Split- und Monoblock-Geräte nur noch mit Kältemitteln unter GWP 150 neu in Verkehr gebracht werden, ab 2032 (Monoblock) bzw. 2035 (Split) nur noch mit natürlichen Kältemitteln. Ein R290-Gerät ist heute die zukunftssicherste Wahl; der frühere 5-Prozentpunkte-Effizienz-Bonus in der KfW-Förderung ist mit der BEG-Reform allerdings entfallen. Bestandsanlagen mit R32 oder R410A dürfen weiterlaufen und repariert werden.
Sagt ein hoher SCOP, dass die Anlage bei mir effizient läuft?
Nur bedingt. Der SCOP ist ein Normwert — meist bei 35 °C Vorlauf gemessen. Im realen Gebäude liegt die Jahresarbeitszahl darunter, bei alten Heizkörpern mit 55 °C Vorlauf deutlich. Vergleichen Sie Geräte immer bei derselben Vorlauftemperatur (auch den Wert bei 55 °C erfragen) und bestehen Sie auf einer gebäudebezogenen JAZ-Prognose nach VDI 4650.
Wie viel zählt die Herstellergarantie?
Weniger als die Werbung suggeriert. Herstellergarantien sind freiwillig und an Bedingungen geknüpft (Registrierung, Wartungsvertrag, zertifizierter Installateur) — die Spannen reichen je nach Marke und Paket von 2 bis 10 Jahren. Unabhängig davon gilt die gesetzliche Mängelhaftung: beim Einbau als Werkleistung in der Regel 5 Jahre nach BGB (bzw. 4 Jahre nach VOB/B). Wichtiger als die Garantiedauer sind Ersatzteilverfügbarkeit und ein erreichbarer Kundendienst.
Ist ein junger Hersteller wie Lambda ein Risiko?
Ein junges Unternehmen hat naturgemäß eine kürzere Nachweisgeschichte bei Langlebigkeit und Ersatzteilversorgung — das ist kein Vorwurf, sondern ein Prüfpunkt. Klären Sie vor dem Kauf: Wer macht den Service in Ihrer Region? Wie sind Garantie und Ersatzteillogistik geregelt? Läuft der Vertrieb über einen etablierten Partner? Wer diese Fragen zufriedenstellend beantwortet bekommt, kann auch bei einem Newcomer zugreifen.
Stand: 9. Juli 2026. Alle Förder- und Preisangaben ohne Gewähr; maßgeblich sind die offiziellen Programmbedingungen. Marktdaten: Bundesverband Wärmepumpe (BWP); Modell- und Kältemittelangaben: Herstellerangaben.
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