Schritt 7: Installationstag — Was passiert und worauf Sie achten müssen
Wärmepumpen-Installation Tag für Tag: Demontage, Montage, Dichtheitsprobe, Elektrik, Inbetriebnahme und Abnahme — mit Checkliste und typischen Fehlern.
Drei bis fünf Arbeitstage — so lange dauert der Wärmepumpen-Einbau im Einfamilienhaus, vom Ausbau des alten Kessels bis zur Unterschrift unter dem Abnahmeprotokoll. Was in dieser Woche passiert, entscheidet über Effizienz und Ruhe der nächsten 20 Jahre: Ein schiefes Fundament, eine zu steile Heizkurve oder eine vorschnelle Abnahme kosten später bares Geld. Dieser Artikel führt durch jeden Installationstag — und zeigt, an welchen Stellen Sie selbst hinschauen sollten.
Das Wichtigste in Kürze
- Typischer Ablauf: Tag 1 Demontage, Tag 2–3 Montage und Verrohrung, Tag 4 Elektrik und Regelung, Tag 5 hydraulischer Abgleich, Einweisung, Abnahme.
- Dichtheit wird geprüft, nicht behauptet: Heizkreis mit Druckprobe, bei Split-Geräten zusätzlich Stickstoff-Druckprobe und Vakuumtest der Kältemittelleitung.
- Heizkurve und Warmwassertemperatur sind die beiden Stellschrauben, an denen bei der Inbetriebnahme am häufigsten gepfuscht wird — zu steil bzw. zu heiß kostet dauerhaft Strom.
- Abnahme mit Augenmaß: Kleine Mängel im Protokoll vorbehalten, nur bei wesentlichen Mängeln die Abnahme verweigern — mit der Abnahme beginnt die Gewährleistungsfrist.
- Ein Wärmemengenzähler gehört dazu: Die Messtechnik ist Fördervoraussetzung und macht die reale JAZ überhaupt erst kontrollierbar.
Der Fahrplan: Fünf Tage, fünf Etappen
Tag 1: Demontage der Altanlage
Der Tag beginnt mit einer kurzen Baustellenbegehung: Zugänge, Hauptschalter, Absperrventile, Wasseranschluss. Danach wird die Altanlage stillgelegt und ausgebaut — Kessel entleeren, Restwasser und gegebenenfalls Heizölreste auffangen, Kessel, Brenner und Altspeicher heraustragen und der Entsorgung zuführen. Der Entsorgungsnachweis gehört in Ihre Förderunterlagen (Klimageschwindigkeits-Bonus).
Ihre Rolle: Zutritt zu allen Räumen sicherstellen, erreichbar bleiben, den Zustand vor und nach der Demontage fotografieren. Ab dem Abend gibt es keine Heizung und kein warmes Wasser mehr — im Winter jetzt die Leih-Elektroheizer aufstellen (siehe Schritt 6).
Ein separates Kapitel bleibt der Öltank: Sein Ausbau läuft über eine Spezialfirma und ist im Installations-Zeitplan nicht enthalten — idealerweise wurde er vorab erledigt.
Tag 2: Außeneinheit und Inneneinheit setzen
Die Außeneinheit kommt per Kran, Hubwagen oder Träger auf das vorbereitete Fundament: Entkopplungselemente auflegen, Gerät ausrichten (exakt waagerecht), verschrauben, Wanddurchführung für Leitungen und Kabel setzen. Innen werden Inneneinheit bzw. Hydraulikmodul, Pufferspeicher und Warmwasserspeicher positioniert — Speicher wiegen befüllt mehrere hundert Kilogramm, ihre Stellflächen und Wartungszugänge sind jetzt endgültig.
Ihr Blick am Abend:
- Steht die Außeneinheit fest und waagerecht, mit Entkopplung unter allen Auflagepunkten?
- Läuft der Kondensatablauf frostfrei ab (Sickerbett oder Leitung, siehe Schritt 6)?
- Sind Ansaug- und Ausblasseite frei (hinten ≥ 30 cm, vorn ca. 2 m, Herstellerangabe)?
- Bleiben Inneneinheit und Speicher für Wartung zugänglich?
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Jetzt entscheidet sich die Bauart:
- Monoblock (der Marktstandard, oft mit Propan/R290): Zwischen Außengerät und Technikraum laufen wasserführende Leitungen. Sie müssen lückenlos gedämmt sein und brauchen einen Frostschutz (Begleitheizung, Frostschutzventile oder ausreichende Umwälzung), damit bei Stromausfall nichts einfriert.
- Split-Gerät: Zwischen Außen- und Inneneinheit läuft eine Kältemittelleitung. Sie darf nur von Personal mit Kälteschein-Sachkunde verlegt und befüllt werden — inklusive Stickstoff-Druckprobe und Vakuumtest (Evakuierung) vor der Freigabe des Kältemittels.
Der Heizkreis selbst wird gespült, befüllt und einer Druckprobe unterzogen — üblich ist etwa das 1,3-Fache des Betriebsdrucks, dokumentiert im Protokoll. Wer hier „100 bar" oder gar keine Prüfung anbietet, hat das Handwerk nicht verstanden. Anschließend: alle Rohrleitungen dämmen, besonders in unbeheizten Kellerräumen, und die Heizungsanlage mit geeignetem Füllwasser befüllen (Anforderungen der VDI 2035 an das Heizungswasser beachten — viele Hersteller machen ihre Garantie davon abhängig).
Ihr Blick am Abend: Dämmung lückenlos? Keine Tropfstellen? Druckprobe im Protokoll vermerkt?
Tag 4: Elektrik und Regelung
Der Elektriker verlegt die Zuleitungen (typisch über einen eigenen Stromkreis, oft 3×16 A — je nach Gerät), setzt die Schutztechnik (FI/LS, bei Invertergeräten häufig FI Typ F oder B nach Herstellervorgabe) und schließt Außeneinheit, Inneneinheit und Regelung an. Zur fachgerechten Elektroinstallation gehört das Prüfprotokoll der Erstprüfung (Messung nach DIN VDE 0100-600) — verlangen Sie es für Ihre Unterlagen. Ebenfalls an diesem Tag: die Einbindung von Wärmemengen- und Stromzähler. Diese Messtechnik ist Bestandteil der Förder-Mindestanforderungen und die einzige Möglichkeit, die reale Jahresarbeitszahl später zu kontrollieren.
Nachmittags folgt die Erstkonfiguration der Regelung: Gebäudedaten, Heizflächen-Typ, Solltemperaturen — und die Heizkurve, die wichtigste Einstellung der ganzen Anlage:
Als Anhaltspunkt: Eine Heizkörper-Anlage fährt im Beispiel 50 °C Vorlauf bei −12 °C Außentemperatur, 42 °C bei 0 °C und nur noch 32 °C bei +10 °C; eine Fußbodenheizung kommt mit 38/32/28 °C aus. Jedes unnötige Grad Vorlauf kostet grob 2–2,5 % Effizienz — deshalb: lieber flach starten und bei Bedarf anheben. Die Warmwassertemperatur gehört auf 50–55 °C (Legionellenschutz je nach Speicher und Trinkwasserverordnung beachten), nicht auf 60 °C und mehr.
Tag 5: Hydraulischer Abgleich, Einweisung, Abnahme
Der hydraulische Abgleich nach Verfahren B — Fördervoraussetzung — wird jetzt umgesetzt: Die berechneten Voreinstellwerte aus der raumweisen Heizlast werden an jedem Ventil eingestellt und im Abgleich-Nachweis dokumentiert. Es folgen Entlüften aller Heizkörper, Druckkontrolle (im Einfamilienhaus typisch 1,0–1,5 bar, je nach Gebäudehöhe) und ein Probelauf für Heizung und Warmwasser.
Danach die Einweisung — lassen Sie sich Zeit dafür: Bedienung und Menüführung, Heizkurve ändern, Ferien-/Abwesenheitsmodus, Fehlercodes, Notbetrieb, Wartungsintervalle. Zum Schluss die Dokumentenübergabe: Abnahmeprotokoll mit Messwerten, Elektro-Prüfprotokoll, Druckproben-Nachweis, Abgleich-Dokumentation, Bedienungsanleitungen, Garantieunterlagen (Herstellergarantien auf den Verdichter je nach Anbieter 2–5 Jahre, teils verlängerbar) — und die „Bestätigung nach Durchführung" (BnD) für die KfW-Auszahlung.
Abnahme: Unterschreiben mit System
Die Abnahme ist ein Rechtsakt mit Folgen: Mit ihr beginnt die Gewährleistungsfrist (beim BGB-Werkvertrag für Arbeiten am Gebäude in der Regel fünf Jahre), und die Beweislast für Mängel wechselt weitgehend zu Ihnen. Daraus folgt eine differenzierte Strategie:
- Kleinere Mängel (z. B. fehlende Dämmschale, Heizkörper gluckert): abnehmen, aber jeden Punkt als Vorbehalt mit Frist ins Protokoll schreiben und vom Monteur gegenzeichnen lassen.
- Wesentliche Mängel (Anlage läuft nicht stabil, Dichtheits- oder Elektroprüfung fehlt, Schallproblem): Abnahme verweigern — das ist Ihr gutes Recht nach § 640 BGB.
- Nie pauschal „geprüft und mängelfrei" unterschreiben, wenn Sie einzelne Punkte nicht gesehen haben.
Die Abnahme-Checkliste in Kurzform
- Außeneinheit: fest, waagerecht, entkoppelt; Kondensat läuft frostfrei ab; Luftwege frei; Betriebsgeräusch unauffällig (kein Brummen/Klopfen), TA-Lärm-Betrachtung aus Schritt 4 eingehalten
- Hydraulik: Rohre lückenlos gedämmt, keine Leckstellen, Anlagendruck 1,0–1,5 bar, Druckproben-Protokoll liegt vor
- Heizflächen: alle Räume erreichen ihre Solltemperatur (±1–2 °C), Abgleich-Nachweis nach Verfahren B übergeben
- Elektrik: eigener Stromkreis, korrekte FI-Type, Prüfprotokoll der Erstprüfung vorhanden
- Regelung: Heizkurve dokumentiert, Warmwasser 50–55 °C, Wärmemengen- und Stromzähler zählen
- Papiere: Abnahmeprotokoll, BnD, Garantieunterlagen, Bedienungsanleitung, Wartungstermin
Nach der Installation: Die ersten Wochen
Der Stromverbrauch liegt anfangs über dem Normalwert — Haus und Speicher müssen einmalig durchgeheizt werden, das kostet je nach Auskühlung einmalig grob 20–30 € extra. Danach gilt:
- Beobachten statt drehen: Temperaturen, Geräusche und Zählerstände eine bis zwei Wochen notieren, bevor Sie Einstellungen ändern.
- Moderate oder keine Nachtabsenkung: Wärmepumpen arbeiten am effizientesten im gleichmäßigen Betrieb; starke Absenkungen provozieren morgens Heizstab-Einsätze.
- Heizstab im Blick: Viele Regelungen zeigen die Heizstab-Stunden an — mehr als ein paar Prozent Anteil an der Wärmemenge sind ein Einstellungs- oder Auslegungsproblem.
- Nach der ersten Heizsaison: Heizkurve gezielt absenken lassen — das ist der günstigste Effizienzgewinn überhaupt.
Handwerker anrufen sollten Sie bei: dauerhaften Klopf- oder Brummgeräuschen, Räumen, die trotz korrekter Einstellung kalt bleiben, Leckagen, wiederkehrenden Fehlercodes oder auffällig hohem Stromverbrauch.
Fazit: Fünf Tage Aufmerksamkeit für zwanzig Jahre Betrieb
Die Installationswoche ist kein Zuschauersport, aber auch kein Grund zur Dauerkontrolle: Es genügt, an fünf Punkten präsent zu sein — Fundament und Aufstellung, Dichtheitsprüfungen, Elektro-Prüfprotokoll, Heizkurve/Warmwasser und die Abnahme mit sauber dokumentierten Vorbehalten. Wer die Messtechnik (Wärmemengenzähler) einfordert, kann die versprochene Effizienz später schwarz auf weiß nachprüfen. Für eine unabhängige Kontrolle vor der Unterschrift — etwa bei Zweifeln an Abgleich, Schall oder Dokumentation — gibt es strukturierte Unterstützung wie den AbnahmeCheck360. Danach heißt es: erste Heizsaison beobachten, Heizkurve nachjustieren, sparen.
Häufige Fragen zum Installationstag
Kann die Installation wirklich fünf Tage dauern — oder geht es schneller?
Beim gut vorbereiteten reinen Heizungstausch sind drei Tage realistisch, mit Heizkörpertausch, Speicherumbau oder schwierigen Leitungswegen eher fünf. Entscheidend ist nicht das Tempo, sondern dass Dichtheitsprobe, Abgleich und Einweisung nicht dem Zeitdruck geopfert werden.
Was tun, wenn der Betrieb mittendrin unterbrechen will?
Nach dem Grund fragen und den Fertigstellungstermin schriftlich bestätigen lassen. Lieferverzug beim Material kommt vor; kritisch wird es, wenn das Haus in der Heizperiode tagelang ohne funktionierende Wärmeversorgung bleibt — dafür muss der Betrieb eine Übergangslösung stellen (siehe Vertragsklausel aus Schritt 6).
Muss ein Energieberater bei der Abnahme dabei sein?
Nein. Beim KfW-geförderten Heizungstausch darf die „Bestätigung nach Durchführung" (BnD) auch das Fachunternehmen erstellen. Ein unabhängiger Blick — Energieberater oder Sachverständiger — ist freiwillig, aber gerade bei Zweifeln an Abgleich oder Schall gut investiert.
Was mache ich, wenn ich mit der Installation nicht zufrieden bin?
Mängel konkret benennen, im Abnahmeprotokoll mit Nachbesserungsfrist festhalten und gegenzeichnen lassen. Bei wesentlichen Mängeln die Abnahme verweigern. Reagiert der Betrieb nicht, folgen schriftliche Fristsetzung und danach die rechtlichen Schritte der Gewährleistung — die Dokumentation aus dem Abnahmeprotokoll ist dann Gold wert.
Die Netzbetreiber-Freigabe ist noch nicht da — kann trotzdem installiert werden?
Montieren ja, dauerhaft betreiben nein. Zählersetzung und Anmeldung (inklusive § 14a-Einordnung) sollten idealerweise vor dem Installationstermin durch sein — sonst läuft die Anlage provisorisch oder gar nicht. Deshalb gehört die Netzanmeldung an den Anfang der Planung (Schritt 4).
Wann ist die erste Wartung fällig?
Üblich ist die erste Wartung nach einem Jahr, danach jährlich bis alle zwei Jahre je nach Hersteller — bei Propan-Geräten und Split-Anlagen mit größeren Füllmengen kommen Dichtheitskontrollen nach Vorschrift hinzu. Den Termin am besten direkt bei der Abnahme vereinbaren.
Stand: 3. Juli 2026. Alle Preis- und Rechtsangaben ohne Gewähr; maßgeblich sind Vertrag, Herstellervorgaben und die offiziellen Programmbedingungen.
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