BAFA vs. KfW: Welche Förderung für Ihre Wärmepumpe?
BAFA oder KfW für die Wärmepumpe? Die KfW (458) fördert Heizungen nach der BEG-Reform mit 30–80 %, die BAFA nur noch Hülle und Optimierung. Der Überblick.
„Muss ich zur BAFA oder zur KfW?" — diese Frage kostet jedes Jahr Antragsteller Wochen, manche sogar die komplette Förderung. Die kurze Antwort für 2026: Für Wärmepumpen und alle anderen Heizungen ist ausschließlich die KfW (Programm 458) zuständig, mit Zuschüssen von 30 bis 80 % (BEG-Reform, beschlossen 08.07.2026, gültig ab 21.07.2026; endgültiger Richtlinientext ausstehend). Die BAFA fördert seit dem 1. Januar 2024 keine Heizungen mehr — sie bleibt aber wichtig für Fenster, Dämmung, Lüftung und Heizungsoptimierung. Dieser Artikel erklärt die Arbeitsteilung, ihre Geschichte und wie Sie beide Töpfe klug kombinieren.
Das Wichtigste in Kürze
- Wärmepumpe = KfW 458: 30 % Grundförderung, mit Boni bis 80 % — maximal 22.400 € Zuschuss für die erste Wohneinheit (Deckel 28.000 € förderfähige Kosten).
- BAFA = Gebäudehülle und Technik: Fenster, Dämmung, Lüftung, Heizungsoptimierung mit 15 %, plus 5 % iSFP-Bonus (Neuregelung im Zuge der BEG-Reform angekündigt, Stand 09.07.2026).
- Wer bei der falschen Stelle beantragt, bekommt eine Ablehnung — und riskiert bei zwischenzeitlichem Vertragsabschluss den Förderanspruch.
- Beide Programme lassen sich am selben Gebäude kombinieren, aber nie für dieselbe Maßnahme.
- Die Heizungsförderung ist laut Bundesregierung bis 2029 sichergestellt; der neue 80-%-Höchstsatz ist mit der BEG-Reform am 08.07.2026 beschlossen und gilt ab 21.07.2026.
Die Arbeitsteilung 2026: Wer fördert was?
BAFA (Bundesamt für Wirtschaft und Ausfuhrkontrolle) und KfW (Kreditanstalt für Wiederaufbau) setzen gemeinsam die Bundesförderung für effiziente Gebäude (BEG) um — mit klar getrennten Zuständigkeiten:
| Maßnahme | Zuständige Stelle | Fördersatz |
|---|---|---|
| Wärmepumpe, Biomasse, Solarthermie, Wärmenetzanschluss | KfW 458 | 30–80 % |
| Fenster, Außentüren, Dach-, Fassaden-, Kellerdämmung | BAFA BEG EM | 15 %, mit iSFP 20 % |
| Lüftungsanlagen mit Wärmerückgewinnung | BAFA BEG EM | 15 %, mit iSFP 20 % |
| Heizungsoptimierung (u. a. hydraulischer Abgleich) | BAFA BEG EM | 15 %, mit iSFP 20 % |
| Ergänzungskredit zum Heizungstausch | KfW 358/359 (über Hausbank) | Kredit bis 120.000 €/WE |
Für Ihre Wärmepumpe heißt das unmissverständlich: Der Antrag gehört ins Portal „Meine KfW" — nicht zur BAFA und auch nicht zur Hausbank (die kommt nur beim Ergänzungskredit 358/359 ins Spiel).
Empfehlung
Betriebskosten berechnen
20-Jahres-Kostenvergleich mit Förderung
Über 320 Fachartikel · Algorithmus-basiert
Jetzt startenWie es dazu kam: Von der BAFA-Ära zur KfW-Zuständigkeit
Die BAFA-Ära (bis Ende 2023)
Über Jahre war die BAFA die erste Adresse für die Heizungsförderung — zunächst über das Marktanreizprogramm, ab 2021 über die BEG-Einzelmaßnahmen. Die Antragstellung war direkt und vergleichsweise unkompliziert. Zuletzt (Stand 2023) gab es für Wärmepumpen 25 % Grundförderung, die sich mit Boni — etwa für den Tausch einer alten Öl- oder Gasheizung und für effiziente Wärmequellen — auf bis zu 40 % steigern ließ.
Der Systemwechsel zum 1. Januar 2024
Mit der BEG-EM-Richtlinie vom 29.12.2023 wanderte die komplette Heizungsförderung zur KfW (Programm 458). Die Bundesregierung verband den Umzug mit einer neuen Förderlogik: Statt einer für alle gleichen Quote gibt es seither ein Bonussystem, das gezielt Selbstnutzer, schnelle Umsteiger und Haushalte mit geringem Einkommen stärker fördert — bis zum Höchstsatz von 70 % (ab 21.07.2026: 80 %). Gleichzeitig wurden die förderfähigen Kosten auf 30.000 € für die erste Wohneinheit gedeckelt (ab 21.07.2026: 28.000 €), damit hohe Quoten nicht auf unbegrenzte Summen wirken.
Die BAFA behielt alle Maßnahmen, die nicht Heizung sind: Gebäudehülle, Lüftung, Anlagentechnik, Heizungsoptimierung. Wer heute noch von der „BAFA-Wärmepumpenförderung" spricht, nutzt eine seit 2024 überholte Landkarte.
Was die KfW-Förderung heute bietet
Das Programm 458 arbeitet mit einem Bausteinsystem: 30 % Grundförderung für alle Antragsteller, plus 16 % Klimageschwindigkeits-Bonus (Selbstnutzer, die eine funktionsfähige Öl-, Kohle-, Gasetagen- oder Nachtspeicherheizung bzw. eine mindestens 20 Jahre alte Gas- oder Biomasseheizung ersetzen; der Bonus sinkt ab 01.02.2027 halbjährlich um 4 Prozentpunkte), plus gestaffelter Einkommens-Bonus von 40, 30 oder 10 % (Selbstnutzer mit zu versteuerndem Haushaltseinkommen bis 30.000, 40.000 bzw. 50.000 €; Haushalte mit mindestens einem minderjährigen Kind ziehen vorab 10.000 € vom Einkommen ab). Der frühere 5-%-Effizienz-Bonus (natürliches Kältemittel oder Quelle Erdreich/Wasser/Abwasser) entfällt zum 21.07.2026. Gedeckelt wird bei 80 %.
Technische Voraussetzungen sind unter anderem eine rechnerische Jahresarbeitszahl von mindestens 3,0 im konkreten Gebäude, Effizienznachweise nach EN 14825, Netzdienlichkeit (SG-Ready) und ein hydraulischer Abgleich nach Verfahren B. Ein Effizienzhaus-Standard ist — anders als bei der Komplettsanierung (KfW 261) — nicht erforderlich: 458 ist eine Einzelmaßnahmen-Förderung.
Wichtig für die Reihenfolge: Der Vorhabensbeginn ist der Abschluss des Liefer- oder Leistungsvertrags. Vor der Antragstellung darf deshalb nur ein Vertrag mit Förder-Bedingung (aufschiebender/auflösender Bedingung) geschlossen werden — er ist zugleich Antragsvoraussetzung.
Was die BAFA 2026 noch fördert
Die BAFA bleibt für alles zuständig, was das Gebäude selbst effizienter macht: 15 % Zuschuss für Fenster, Türen, Dämmung, Lüftungsanlagen, Anlagentechnik (außer Heizung) und Heizungsoptimierung (Neuregelung im Zuge der BEG-Reform angekündigt, Stand 09.07.2026). Mit einem individuellen Sanierungsfahrplan (iSFP) steigen der Satz auf 20 % und der Kostendeckel von 30.000 € auf 60.000 € je Wohneinheit und Kalenderjahr — der maximale Zuschuss wächst damit von 4.500 € auf 12.000 €.
Zwei Verfahrensunterschiede zur KfW sollten Sie kennen: Bei Maßnahmen an Gebäudehülle und Anlagentechnik ist ein Energieeffizienz-Experte Pflicht (er erstellt die Technische Projektbeschreibung vor dem Antrag), und beantragt wird im BAFA-Portal. Auch hier gilt seit 2024: erst Vertrag mit Förder-Bedingung, dann Antrag.
Der direkte Vergleich für Wärmepumpen-Interessenten
| Kriterium | BAFA (für WP: historisch, bis 2023) | KfW 458 (aktuell) |
|---|---|---|
| Status für Wärmepumpen | beendet — Anträge werden abgelehnt | aktiv |
| Grundförderung | 25 % | 30 % |
| Maximale Quote | 40 % (mit Boni) | 80 % (mit Boni) |
| Förderfähige Kosten | Regelung der Alt-Richtlinie | 28.000 € (1. WE), 15.000 € (2.–6. WE), 8.000 € (ab 7. WE) |
| Maximaler Zuschuss (EFH) | — | 22.400 € |
| Antragstellung | direkt bei der BAFA | Portal „Meine KfW" |
| Antragsteller | Private, Unternehmen, Kommunen | Private, WEG, Vermieter, Unternehmen (Boni nur Selbstnutzer) |
Das Fazit dieser Tabelle ist eindeutig — nicht, weil die KfW „besser" wäre, sondern weil es für Wärmepumpen schlicht keine Alternative gibt. Die relevante Entscheidung lautet heute nicht „BAFA oder KfW", sondern: Welche Boni stehen mir bei der KfW zu, und kombiniere ich den Heizungstausch mit BAFA-geförderten Maßnahmen an der Hülle?
Die kluge Kombination: Beide Töpfe nutzen
Wer ohnehin saniert, kann beide Programme parallel ausschöpfen — für verschiedene Maßnahmen am selben Gebäude:
- KfW 458 für die Wärmepumpe: z. B. 46 % von 28.000 € förderfähigen Kosten = 12.880 €.
- BAFA BEG EM für neue Fenster und Dachdämmung: z. B. 20 % (mit iSFP) von 40.000 € = 8.000 €.
- Zusammen 20.880 € Zuschuss — und die Kostendeckel beider Programme gelten nebeneinander.
Doppelförderung derselben Maßnahme ist ausgeschlossen; ebenso die Kombination von Zuschuss und Steuerermäßigung (§ 35a/35c EStG) für dieselbe Maßnahme. Sinnvolle Reihenfolge in Kombi-Projekten: Erst mit einem Energieeffizienz-Experten die Gesamtstrategie (ggf. iSFP) festlegen — der Experte ist für die BAFA-Hüllenanträge ohnehin Pflicht und verbessert über den iSFP-Bonus die Konditionen.
Gibt es zusätzlich Landes- und Kommunalförderung?
Ja, teils — aber die Landschaft ändert sich laufend: Einzelne Bundesländer, Kommunen und Stadtwerke legen eigene Zuschüsse für Wärmepumpen, Speicher oder Beratung auf, streichen sie aber auch wieder oder ändern die Bedingungen kurzfristig. Konkrete Programmnamen und Beträge veralten schneller, als Ratgeber aktualisiert werden — deshalb hier bewusst keine Liste, sondern der verlässliche Weg:
- Förderdatenbank des Bundes (foerderdatenbank.de) nach Postleitzahl durchsuchen.
- Kommune und Stadtwerke direkt anfragen — lokale Töpfe sind oft klein und wenig bekannt.
- Kumulierbarkeit prüfen, bevor Sie den KfW-Antrag stellen: Ob ein Landes- oder Kommunalzuschuss mit der BEG kombiniert werden darf und ob Obergrenzen gelten, regeln die jeweiligen Programmbedingungen. Im Zweifel beim Fördergeber oder Energieberater nachfragen.
Häufige Fragen zu BAFA und KfW
Kann ich für meine Wärmepumpe noch irgendeine BAFA-Förderung bekommen?
Nein. Neue Wärmepumpen-Anträge nimmt die BAFA seit dem 1. Januar 2024 nicht mehr an. Nur wer noch einen bewilligten Altbescheid aus der Zeit davor besitzt, wickelt diesen nach den alten Regeln ab — maßgeblich sind die Fristen im Bescheid.
Stellt meine Hausbank den KfW-Zuschussantrag für mich?
Nein. Der Zuschuss 458 wird ausschließlich im Portal „Meine KfW" beantragt — durch Sie selbst oder eine bevollmächtigte Person. Die Hausbank kommt nur ins Spiel, wenn Sie zusätzlich den Ergänzungskredit 358/359 (bis 120.000 € je Wohneinheit) nutzen wollen.
Ich möchte keine Wärmepumpe — wie wird eine Pelletheizung gefördert?
Ebenfalls über KfW 458, mit derselben Systematik (30 % Grundförderung, Boni für Selbstnutzer). Für Biomasse gelten Sonderregeln: der bisherige Emissionsminderungszuschlag von pauschal 2.500 € (Staubgrenzwert 2,5 mg/m³) entfällt zum 21.07.2026 — und der Klimageschwindigkeits-Bonus ist an zusätzliche Bedingungen geknüpft. Prüfen Sie die Details in den Programmbedingungen.
Was bekommen Vermieter und Wohnungseigentümergemeinschaften?
Vermieter erhalten die Grundförderung von 30 % — der frühere Effizienz-Bonus (zusammen 35 %) entfällt zum 21.07.2026; Klima- und Einkommens-Bonus sind Selbstnutzern vorbehalten. Bei Mehrfamilienhäusern staffeln sich die förderfähigen Kosten (28.000 € für die erste, je 15.000 € für die zweite bis sechste, je 8.000 € ab der siebten Wohneinheit). Mieter selbst können die Heizung nicht tauschen; ihr Weg führt über das Gespräch mit dem Eigentümer.
Sind Landesprogramme automatisch mit der KfW kombinierbar?
Nein, nicht automatisch. Manche Programme erlauben die Kumulierung ausdrücklich, andere schließen sie aus oder deckeln die Gesamtförderung. Klären Sie das vor der Antragstellung anhand der Programmbedingungen des Landes — nachträglich lässt sich die Reihenfolge nicht heilen.
Fazit: Die Frage ist beantwortet — nutzen Sie die Antwort
Für die Wärmepumpe führt 2026 kein Weg an der KfW vorbei: Programm 458, Antrag im Portal „Meine KfW", 30 bis 80 % Zuschuss auf maximal 28.000 € förderfähige Kosten. Die BAFA bleibt der richtige Ansprechpartner für Hülle, Lüftung und Heizungsoptimierung — und wird in Kombi-Sanierungen zum wertvollen zweiten Fördertopf. Wer die Zuständigkeiten kennt, die Verträge mit Förder-Bedingung schließt und vor dem Antrag die Bonus-Ansprüche prüft, holt aus beiden Programmen das Maximum heraus.
Stand: 9. Juli 2026. Alle Förder- und Preisangaben ohne Gewähr; maßgeblich sind die offiziellen Programmbedingungen von KfW und BAFA.
Betriebskosten berechnen
20-Jahres-Kostenvergleich mit Förderung
Über 320 Fachartikel · Algorithmus-basiert
Jetzt startenKostenlos starten — keine Registrierung nötig
Weitere Artikel in Betrieb
KfW-Förderung Wärmepumpe 2026: Der Komplett-Guide
KfW-Förderung Wärmepumpe 2026: nach der BEG-Reform 30 bis 80 % Zuschuss über KfW 458, Kostendeckel 28.000 €, Antragsweg Schritt für Schritt, Rechenbeispiele, typische Fehler.
Förderung Wärmepumpe: Alle Boni im Überblick (bis 70%)
Alle KfW-Boni für Wärmepumpen 2026 erklärt: Grundförderung 30 %, Klima-Bonus 20 %, Einkommens-Bonus 30 %, Effizienz-Bonus 5 % — mit Rechenbeispielen.
Die ersten Wochen mit der Wärmepumpe: Einrichten, Einstellen, Optimieren
Wärmepumpe frisch installiert? So gelingen die ersten Wochen: Inbetriebnahme, Einfahrphase, Heizkurve, Warmwasser und typische Anfangsprobleme.