Wärmepumpen-Absatz 2025: Starke Erholung mit 299.000 Geräten — +55 % gegenüber Vorjahr
BWP-Absatzstatistik 2025: 299.000 Wärmepumpen verkauft (+55 %), Luft-Wasser dominiert mit 95 %, über 288.000 Förderzusagen. Die Zahlen im Detail.
Der Wärmepumpenmarkt in Deutschland hat sich 2025 kräftig erholt: Der Bundesverband Wärmepumpe (BWP) meldet für das Gesamtjahr 299.000 verkaufte Heizungs-Wärmepumpen — ein Plus von 55 % gegenüber den 193.000 Geräten des Krisenjahres 2024. Erstmals entfällt damit knapp die Hälfte aller in Deutschland verkauften Wärmeerzeuger auf Wärmepumpen.
Das Wichtigste in Kürze
- 299.000 Heizungs-Wärmepumpen wurden 2025 verkauft, +55 % gegenüber 2024.
- Luft-Wasser-Geräte dominieren mit 95 % Marktanteil (+59 %); Erdwärmepumpen kommen auf rund 16.000 Stück (5 %, +8 %).
- Über 288.000 Förderzusagen mit Wärmepumpe gab es 2025 (+91 %) — die KfW-458-Förderung ist der zentrale Kaufanreiz.
- Das Rekordjahr 2023 (356.000 Geräte) ist noch nicht wieder erreicht.
Sechs Jahre Achterbahn: Die Absatzkurve
| Jahr | Absatz (Heizungs-WP) | Veränderung gg. Vorjahr |
|---|---|---|
| 2020 | 120.000 | – |
| 2021 | 154.000 | +28 % |
| 2022 | 236.000 | +53 % |
| 2023 | 356.000 | +51 % |
| 2024 | 193.000 | −46 % |
| 2025 | 299.000 | +55 % |
Das Rekordjahr 2023 bleibt vorerst unerreicht. Der Einbruch 2024 war eine direkte Folge der politischen Verunsicherung durch die GEG-Debatte und die Umstellung der Förderung. 2025 zeigt: Der Markt hat sich stabilisiert, das Vertrauen kehrt zurück.
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Luft-Wasser-Wärmepumpen legten 2025 um 59 % zu und stellen 95 % des Marktes. Erdwärmepumpen (Sole-Wasser) wuchsen moderater um 8 % auf rund 16.000 Geräte — etwa 5 % Marktanteil.
Der Grund für die Dominanz: Luft-Wasser-Geräte sind deutlich einfacher und günstiger zu installieren. Es ist keine Bohrung und kein Erdkollektor nötig, die Geräte passen auch auf kleine Grundstücke. Erdwärmepumpen bieten zwar die höhere Effizienz (typische Jahresarbeitszahl 4,0–5,0 gegenüber 3,0–4,0 bei Luft-Wasser im Bestand), erfordern aber Erdbohrungen mit rund 8.000–12.000 Euro Zusatzkosten oder große Gartenflächen für Kollektoren. In dicht bebauten Gebieten scheiden sie oft aus.
Der Bestand ist der Markt
Die Wärmepumpe ist längst kein reines Neubau-Produkt mehr: 2025 wurden über 288.000 Förderzusagen mit Wärmepumpe erteilt (+91 % gegenüber dem Vorjahr) — und die KfW-458-Förderung gilt ausschließlich für Bestandsgebäude, deren Bauantrag mindestens fünf Jahre zurückliegt. Gemessen an 299.000 verkauften Geräten zeigt das: Der Heizungstausch im Bestand ist der Kern des Marktes geworden.
Die Treiber:
- die KfW-458-Förderung mit bis zu 70 % Zuschuss,
- das GEG mit seiner 65-%-Regel für neu eingebaute Heizungen (greift im Bestand gestaffelt ab 2026/2028),
- steigende CO₂-Bepreisung fossiler Brennstoffe,
- ein wachsendes Angebot an Hochtemperatur- und R290-Geräten für den Altbau.
Warum war 2024 so schlecht?
Politische Verunsicherung: Die aufgeheizte GEG-Debatte 2023 und das Inkrafttreten des Gesetzes am 1. Januar 2024 ließen viele Hausbesitzer abwarten.
Förderumstellung: Der Wechsel der Heizungsförderung vom BAFA zur KfW zum 1. Januar 2024 führte zu einer mehrmonatigen Übergangsphase, in der Anträge nur eingeschränkt möglich waren.
Vorzieheffekte: Viele Käufer hatten ihre Anlage noch 2023 vor den erwarteten Verschärfungen gekauft — diese Nachfrage fehlte 2024.
Verunsichernde Debatten: Überzogene Kostenszenarien und Schlagworte wie „Heizungsverbot" schreckten potenzielle Käufer zusätzlich ab.
Was hat die Erholung 2025 getragen?
Stabile Förderung: Die KfW 458 lief 2025 reibungslos mit Zuschüssen von bis zu 70 %. Die hohe Zahl der Förderzusagen zeigt, dass der Anreiz ankommt.
Technischer Fortschritt: Leisere Geräte, ein breites Angebot an Propan-Wärmepumpen (R290) und Hochtemperatur-Modelle mit Vorlauftemperaturen bis 70 °C machten den Einsatz im wenig sanierten Altbau praktikabler.
Vertrauensaufbau: Erfahrungsberichte aus der Nachbarschaft und der wachsende Anlagenbestand zeigten, dass Wärmepumpen auch im Altbau funktionieren.
Regulatorischer Rahmen: GEG und kommunale Wärmeplanung signalisierten: Die Zukunft gehört erneuerbaren Heizsystemen.
Preisniveau: stabil, aber nicht billig
Die Systempreise haben sich 2025 stabilisiert; bei Luft-Wasser-Geräten sorgt der Wettbewerb für leichte Entspannung. Typische Gesamtkosten inklusive Installation und Inbetriebnahme (Redaktionsspannen, je nach Gebäude und Aufwand):
| System | Typische Gesamtkosten |
|---|---|
| Luft-Wasser-WP (Einfamilienhaus) | 18.000–30.000 € |
| Sole-Wasser-WP (inkl. Bohrung) | 28.000–40.000 € |
| Wasser-Wasser-WP (inkl. Brunnenanlage) | 30.000–45.000 € |
Nach Abzug der KfW-Förderung — für Selbstnutzer mit Klimageschwindigkeits-Bonus sind 50 % üblich — liegt der Eigenanteil für eine Luft-Wasser-Wärmepumpe im Einfamilienhaus häufig zwischen 9.000 und 15.000 Euro und damit in der Größenordnung einer neuen Gasbrennwertheizung samt Nebenarbeiten.
Ausblick 2026: Wachstum mit Fragezeichen
Die Branche erwartet für 2026 ein weiteres Wachstum; der Bestandsanteil dürfte weiter steigen, und R290-Geräte gewinnen — auch wegen der ab 2027 greifenden F-Gase-Vorgaben — zusätzliche Marktanteile. In Spitzenzeiten (Frühjahr bis Herbst) sind Engpässe bei Installateuren wahrscheinlich.
Unsicherheiten bleiben: die politische Stabilität der Förderung, die Entwicklung des Strom-Gas-Preisverhältnisses und das Tempo der kommunalen Wärmeplanung. Gemessen am politischen Ziel — in der Debatte stehen 500.000 Wärmepumpen pro Jahr und sechs Millionen installierte Geräte bis 2030 — ist der Markt mit 299.000 Stück auf gutem Weg, aber noch nicht am Ziel.
Was bedeutet das für Sie?
Wenn Sie 2026 eine Wärmepumpe installieren wollen: Die Produkte sind ausgereift, die Preise stabil, die Förderung attraktiv. Planen Sie früh — Energieberatung und Angebotseinholung dauern, und in der Hauptsaison sind Fachbetriebe ausgelastet.
Wenn Sie abwarten wollen: Das größte Risiko ist nicht der Gerätepreis, sondern die Förderkulisse. Der Klimageschwindigkeits-Bonus von 20 % gilt in voller Höhe nur für Anträge bis Ende 2028 — und politische Garantien über die Legislaturperiode hinaus gibt es nicht.
Meldung vom 3. März 2026 | WP-Check360 Redaktion | Quellen: BWP-Absatzstatistik 2025, BEG-Förderstatistik, TGA-Fachplaner
Einordnung (Stand: 9. Juli 2026): Die Kernzahlen dieser Meldung haben weiter Bestand — der BWP weist für 2025 unverändert 299.000 Geräte (+55 %) und über 288.000 Förderzusagen (+91 %) aus. Die Heizungsförderung wird mit der BEG-Reform neu justiert (beschlossen 08.07.2026, gültig ab 21.07.2026; endgültiger Richtlinientext ausstehend): Klimageschwindigkeits-Bonus künftig 16 % statt 20 % (sinkt ab 01.02.2027 halbjährlich um 4 Prozentpunkte), Einkommens-Bonus gestaffelt 40/30/10 %, Effizienz-Bonus entfallen, maximale Förderquote 80 %, förderfähige Kosten 28.000 € für die erste Wohneinheit. Der BWP rechnet für 2026 im Standardszenario mit rund 410.000 Geräten. Neue Unsicherheit kommt aus dem Gesetzgebungsverfahren zum Gebäudemodernisierungsgesetz (GModG), das die 65-%-Regel des GEG ablösen soll und Anfang Juli 2026 noch nicht beschlossen war — die Branche beobachtet, ob die Debatte den Absatz erneut bremst.
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