dena-Studie: Energetische Sanierung senkt Treibhausgase um bis zu 81 Prozent
dena-Studie: Energetische Sanierung senkt Treibhausgase um bis zu 81 Prozent
Die Deutsche Energie-Agentur (dena) hat eine neue Studie zur Lebenszyklusanalyse im seriellen Sanieren veröffentlicht. Die Untersuchung vergleicht erstmals systematisch die Treibhausgasemissionen verschiedener Sanierungsansätze über einen Zeitraum von 50 Jahren.
Zentrale Ergebnisse der Lebenszyklusanalyse
Die dena-Studie untersucht die Treibhausgasemissionen (THG) und das Kohlenstoffspeicherpotenzial von seriellen und konventionellen Sanierungsmaßnahmen im Vergleich zum unsanierten Bestand. Als Modellprojekt dienen zwei viergeschossige Mehrfamilienhäuser, Baujahr 1962 mit Energieeffizienzklasse F, die exemplarisch für den sanierungsbedürftigen Bestand in Deutschland stehen.
Die Analyse vergleicht vier Szenarien: den unsanierten Zustand, eine serielle Sanierung, eine konventionelle Sanierung mit Wärmedämmverbundsystem (WDVS) sowie eine optimierte serielle Sanierung mit biobasierten Materialien und Re-Use-Bauteilen.
| Sanierungsvariante | THG-Minderung | Besonderheiten |
|---|---|---|
| Konventionelle Sanierung (WDVS) | ca. 74 % | Etabliertes Verfahren |
| Serielle Sanierung | ca. 79 % | Vorgefertigte Elemente |
| Optimierte serielle Sanierung | ca. 81 % | Biobasierte Materialien, Re-Use |
Die serielle Sanierung spart laut Studie rund 3.000 Tonnen CO₂-Äquivalente gegenüber dem unsanierten Gebäude über den 50-jährigen Betrachtungszeitraum. Die durch die Sanierung entstehenden zusätzlichen Emissionen sind durch den geringeren Energiebedarf nach etwa 2–4 Jahren ausgeglichen.
Bei der optimierten seriellen Sanierung mit biobasierten Materialien werden zusätzlich rund 160 Tonnen CO₂-Äquivalente langfristig als Kohlenstoff gebunden.
Was ist serielle Sanierung?
Beim seriellen Sanieren handelt es sich um energetische Gebäudesanierungen mit digitalisierten Prozessen und vorgefertigten Elementen. Das reduziert Bauzeiten wie Kosten und verringert die Eingriffe für Mieterinnen und Mieter. Die dena etabliert das niederländische Sanierungskonzept Energiesprong im Auftrag des Bundesministeriums für Wirtschaft und Klimaschutz (BMWK) auf dem deutschen Markt.
Optimal geeignet sind laut dena Mehrfamilienhäuser aus den 1950er-, 1960er- und 1970er-Jahren mit einfacher Kubatur. Allein dieses Segment umfasst 500.000 Gebäude mit drei Millionen Wohneinheiten.
Einordnung für den Wärmemarkt
Die Studie erscheint zu einem Zeitpunkt, an dem die Wärmewende an Dynamik gewinnt. Laut dem dena-Gebäudereport 2026 wurden 2025 erstmals mehr Wärmepumpen als Gasheizungen verkauft. Im selben Jahr lag die Zahl der bewilligten Förderanträge für serielle Sanierungsprojekte bei über 1.000 – das entspricht mehr als 6.000 Wohneinheiten.
Die dena bietet mit dem Praxisleitfaden für Wärmepumpen in Mehrfamilienhäusern ein ganzheitliches Konzept für serielles Sanieren mit Wärmepumpen an. Für Eigentümer, die eine energetische Modernisierung planen, kann die Kombination aus verbesserter Gebäudehülle und effizienter Wärmepumpentechnik eine wirtschaftlich und ökologisch sinnvolle Option darstellen.