Die Heizlast — raumweise statt überschlägig
Dieser Rechner schätzt mit Baualters-Kennwerten für das ganze Haus. In der Arbeitsfläche rechnen Sie die Heizlast Raum für Raum nach DIN EN 12831 — mit Ihren Bauteilen und den Klimadaten Ihres Standorts.
Ohne Anmeldung, ohne Formular — Zeichnen und Rechnen kosten nichts, bezahlt wird erst der Nachweis.
Heizlast-Überschlag: das Wichtigste in Kürze
Die Heizlast ist die Leistung in Kilowatt, die ein Gebäude am kältesten Tag des Jahres braucht, um innen warm zu bleiben. Sie bestimmt, wie gross die Wärmepumpe sein muss — zu gross ist genauso teuer wie zu klein.
So wird gerechnet
Dieser Rechner arbeitet mit einem Überschlagsverfahren: Er multipliziert die beheizte Fläche mit einem Kennwert in Watt je Quadratmeter, der vom Baualter und vom Dämmzustand abhängt. Ein unsanierter Altbau von 1960 liegt bei rund 120 bis 160 W/m², ein Neubau nach heutigem Standard bei 30 bis 50 W/m². Diese Spanne von Faktor drei ist der Grund, warum die Angabe zum Baualter das Ergebnis stärker verändert als jede andere Eingabe.
Das Verfahren nach DIN EN 12831 geht anders vor. Es rechnet nicht das Haus, sondern jeden Raum einzeln: Für jedes Bauteil — Wand, Fenster, Dach, Boden — wird der Wärmestrom aus Fläche, U-Wert und der Temperaturdifferenz zum Nachbarraum oder nach draussen berechnet. Dazu kommt der Lüftungsanteil aus Luftwechselrate und Raumvolumen. Die Summe über alle Räume ist die Gebäudeheizlast, die Werte je Raum sind die Grundlage für Heizkörper und hydraulischen Abgleich.
Die Norm-Aussentemperatur ist dabei kein Durchschnittswert, sondern ein Auslegungswert für den Standort. Zwischen dem mildesten und dem kältesten Ort in Deutschland liegen mehr als 10 Kelvin. Da die Heizlast linear mit der Differenz zwischen Raum- und Aussentemperatur wächst, bedeutet das über 30 Prozent Unterschied bei sonst gleichem Gebäude.
Grundlage: Überschlagsverfahren mit Kennwerten nach Baualtersklasse — für die erste Orientierung.
Was das Ergebnis bedeutet
Das Ergebnis sagt Ihnen, in welcher Grössenordnung sich Ihre Wärmepumpe bewegen wird. Bekommen Sie 8 kW heraus und Ihr Installateur schlägt ein 16-kW-Gerät vor, ist das ein Anlass zur Nachfrage — nicht zwingend ein Fehler, aber ein Punkt, der begründet werden muss.
Eine zu gross gewählte Wärmepumpe ist der häufigste und teuerste Auslegungsfehler. Sie taktet: Sie schaltet ein, erreicht schnell ihre Solltemperatur, schaltet ab und beginnt von vorn. Jeder dieser Zyklen kostet Effizienz und Lebensdauer des Verdichters. Die Anlage verbraucht mehr Strom als eine kleinere, obwohl sie mehr gekostet hat.
Wo dieser Rechner endet
- Ein Kennwert je Quadratmeter kennt Ihr Haus nicht. Er weiss nicht, wie viele Aussenwände Ihr Wohnzimmer hat, ob das Dach gedämmt ist, wie gross die Fensterflächen nach Norden sind. Für die erste Orientierung reicht das. Für die Auslegung eines Geräts, das zwanzig Jahre laufen soll, nicht.
- Vor allem liefert der Überschlag keine Werte je Raum — und genau die braucht man zweimal: um zu prüfen, ob die vorhandenen Heizkörper bei niedriger Vorlauftemperatur noch reichen, und um den hydraulischen Abgleich zu rechnen. Ohne raumweise Heizlast ist beides nicht möglich.
- Für Förderanträge und für die Abnahme durch den Fachbetrieb wird die raumweise Berechnung nach DIN EN 12831 verlangt, nicht der Überschlag.
Häufige Fragen zum Heizlast-Überschlag
Wie genau ist ein Heizlast-Überschlag?
Er trifft die Grössenordnung, nicht den Wert. Abweichungen von 20 bis 30 Prozent gegenüber der Berechnung nach DIN EN 12831 sind normal, weil das Verfahren weder die Bauteilflächen noch die Fensterlage noch die Norm-Aussentemperatur Ihres Standorts kennt. Als erste Orientierung ist er brauchbar, als Auslegungsgrundlage nicht.
Kann ich meine Heizlast selbst berechnen?
Den Überschlag ja, und dieser Rechner macht ihn in wenigen Sekunden. Die raumweise Berechnung nach DIN EN 12831 verlangt für jeden Raum die Bauteilflächen, die U-Werte und die Temperaturdifferenzen — das ist Rechenarbeit, aber kein Geheimwissen. Auf dieser Plattform zeichnen oder scannen Sie Ihr Gebäude und die Berechnung läuft automatisch; kostenlos, bezahlt wird erst der PDF-Nachweis.
Welche Formel steckt hinter der Heizlast?
Nach DIN EN 12831 gilt je Raum: Transmissionsverluste plus Lüftungsverluste, gegebenenfalls plus Aufheizleistung. Der Transmissionsanteil je Bauteil ist Fläche mal U-Wert mal Temperaturdifferenz, der Lüftungsanteil folgt aus Luftwechselrate, Raumvolumen und der spezifischen Wärmekapazität der Luft. Der Überschlag auf dieser Seite ersetzt diese Kette durch einen Flächenkennwert nach Baualtersklasse.
Warum ist die Heizlast für eine Wärmepumpe wichtiger als für eine Gasheizung?
Weil eine Gasheizung Überdimensionierung verzeiht und eine Wärmepumpe nicht. Ein zu grosser Gaskessel verliert ein paar Prozent Wirkungsgrad. Eine zu grosse Wärmepumpe taktet, und jeder Taktzyklus kostet Arbeitszahl und Verdichterlebensdauer. Dazu kommt die Förderung: Sie bemisst sich an den förderfähigen Kosten, und die hängen an der Gerätegrösse.
Brauche ich die Heizlastberechnung für die Förderung?
Für den Förderantrag selbst wird sie nicht immer eingereicht, aber der Fachbetrieb muss die Anlage normgerecht auslegen, und dazu gehört die Heizlast nach DIN EN 12831. Beim hydraulischen Abgleich, der für die Förderung nachzuweisen ist, ist die raumweise Heizlast zwingende Voraussetzung — ohne sie lässt sich kein Volumenstrom je Heizkörper bestimmen.