Die U-Werte Ihres Gebäudes — alle, mit Quelle
Hier rechnen Sie einen Aufbau. In der Arbeitsfläche steht jedes Bauteil Ihres Hauses mit seinem U-Wert und der Angabe, woher er stammt — und geht direkt in die Heizlast ein.
Ohne Anmeldung, ohne Formular — Zeichnen und Rechnen kosten nichts, bezahlt wird erst der Nachweis.
U-Wert-Rechner: das Wichtigste in Kürze
Der U-Wert sagt, wie viel Wärme ein Bauteil durchlässt: Watt je Quadratmeter und Kelvin Temperaturunterschied. Je kleiner, desto besser gedämmt.
So wird gerechnet
Gerechnet wird nach DIN EN ISO 6946 über den Wärmedurchlasswiderstand. Jede Schicht des Bauteils steuert einen Widerstand bei, der sich aus ihrer Dicke geteilt durch die Wärmeleitfähigkeit des Baustoffs ergibt. Die Einzelwiderstände werden addiert, dazu kommen die Wärmeübergangswiderstände innen und aussen. Der U-Wert ist der Kehrwert dieser Summe.
Die Wärmeleitfähigkeiten stammen aus dem Baustoffkatalog nach DIN 4108-4. Sie sind der Grund, warum die Materialangabe wichtiger ist als die Dicke: Zwischen Mineralwolle und Beton liegt mehr als der Faktor 50. Zwanzig Zentimeter Beton dämmen schlechter als ein Zentimeter Dämmstoff.
Der Rechner bietet zwei Wege: den Schnellcheck über typische Bauteilaufbauten nach Baualter, wenn Sie den Aufbau nicht kennen, und die schichtweise Eingabe, wenn Sie ihn kennen. Der zweite Weg ist genauer, weil er tatsächlich Ihr Bauteil rechnet.
Die Wärmeübergangswiderstände innen und aussen sind in DIN EN ISO 6946 festgelegt und hängen von der Lage des Bauteils ab: Eine Decke gegen aussen hat andere Werte als eine senkrechte Wand, weil sich die Luft an der Oberfläche unterschiedlich bewegt. Der Rechner setzt sie nach der gewählten Bauteilart automatisch ein.
Grundlage: Berechnung nach DIN EN ISO 6946 mit Baustoffkatalog nach DIN 4108-4.
Was das Ergebnis bedeutet
Zur Einordnung: Eine ungedämmte Aussenwand aus den 1960er Jahren liegt bei etwa 1,2 bis 1,6 W/(m²·K). Dieselbe Wand mit 14 Zentimetern Dämmung kommt auf rund 0,25. Ein Neubau nach heutigem Standard liegt darunter. Einfachverglasung erreicht etwa 5,8, moderne Dreifachverglasung rund 0,7.
Für die Wärmepumpe zählt der U-Wert doppelt. Er geht direkt in die Heizlast ein, bestimmt also die Gerätegrösse. Und er entscheidet, welche Vorlauftemperatur nötig ist: Ein gut gedämmtes Haus kommt mit 35 Grad aus, ein ungedämmtes braucht 55 oder mehr — und jedes Grad Vorlauftemperatur kostet Arbeitszahl.
Für die Sanierungsplanung ist die Rangfolge wichtiger als der Einzelwert. Multiplizieren Sie den U-Wert mit der Bauteilfläche — das Ergebnis zeigt, welches Bauteil tatsächlich die meiste Wärme verliert. Häufig ist das nicht die Aussenwand, sondern eine grosse ungedämmte Dachfläche oder die Kellerdecke.
Wo dieser Rechner endet
- Der U-Wert beschreibt die Fläche, nicht die Ränder. Wärmebrücken an Fensteranschlüssen, Balkonplatten oder Deckenauflagern rechnet dieses Verfahren nicht mit; sie werden in der Heizlastberechnung gesondert berücksichtigt.
- Beim Schnellcheck über Baualtersklassen ist der Aufbau angenommen, nicht gemessen. Wer den tatsächlichen Wandaufbau kennt — aus Bauunterlagen oder einer Kernbohrung —, sollte ihn schichtweise eingeben.
- Feuchte Bauteile leiten Wärme deutlich besser als trockene. Bei durchfeuchtetem Mauerwerk liegt der tatsächliche U-Wert erheblich über dem gerechneten — dann ist die Feuchteursache das eigentliche Thema, nicht die Dämmung.
Häufige Fragen zum U-Wert-Rechner
Was ist ein guter U-Wert für eine Aussenwand?
Für eine sanierte Aussenwand gilt ein Wert um 0,20 bis 0,24 W/(m²·K) als solider Standard; das entspricht der Grössenordnung, die auch für geförderte Sanierungen verlangt wird. Ungedämmte Altbauwände liegen bei 1,2 bis 1,6 — also sechsmal so hoch.
Wie finde ich den U-Wert meiner Wand heraus, wenn ich den Aufbau nicht kenne?
Über den Schnellcheck nach Baualtersklasse: Aus dem Baujahr und der Bauweise ergibt sich ein typischer Aufbau. Genauer wird es mit den Bauunterlagen, einem Wärmeschutznachweis oder einem Blick in die Laibung eines ausgebauten Fensters.
Warum senkt Dämmung die Vorlauftemperatur?
Weil ein besser gedämmter Raum weniger Wärme verliert und die vorhandenen Heizflächen deshalb bei niedrigerer Temperatur genug abgeben. Die Heizkörperleistung hängt an der Übertemperatur zum Raum; sinkt der Bedarf, reicht eine kleinere Differenz. Für die Wärmepumpe ist das der wichtigste Effizienzhebel überhaupt.
Rechnet dieser Rechner nach DIN EN ISO 6946?
Ja. Der Schichtaufbau wird über die Wärmedurchlasswiderstände summiert, die Übergangswiderstände nach Norm ergänzt, die Wärmeleitfähigkeiten stammen aus dem Katalog nach DIN 4108-4. Wärmebrücken sind nicht enthalten; sie sind in der Norm ein eigener Rechenschritt.
Welche Bauteile sollte ich zuerst rechnen?
Die mit der grössten Fläche und dem grössten Temperaturunterschied: Dach oder oberste Geschossdecke, dann Aussenwand, dann Fenster, dann Kellerdecke. Diese vier decken in fast jedem Wohngebäude den überwiegenden Teil der Transmissionsverluste ab.
Was ist der Unterschied zwischen U-Wert und Lambda?
Lambda ist die Wärmeleitfähigkeit eines Materials, eine Stoffeigenschaft in W/(m·K). Der U-Wert beschreibt das fertige Bauteil aus allen Schichten, in W/(m²·K). Ein guter Dämmstoff hat ein niedriges Lambda; ob die Wand gut wird, entscheidet zusätzlich die Dicke.