Nicht welches Gerät. Welche Leistung, an welchem Punkt.
Die übliche Frage lautet: Passt diese Wärmepumpe zu meinem Haus? Sie setzt voraus, dass schon eine ausgesucht ist. Wir drehen sie um und schreiben auf, was ein Gerät können muss — Betriebspunkt, Leistung, Volumenstrom. Gegen diese Vorgabe liest Ihr Installateur Datenblätter.
Die Faustformel je Quadratmeter kostet vierstellig.
Wärmepumpen werden im Bestand regelmäßig nach Wohnfläche ausgelegt, oft mit einem Sicherheitszuschlag obendrauf. Das Ergebnis ist fast immer ein zu großes Gerät — und ein zu großes Gerät taktet: Es schaltet ein und aus, statt durchzulaufen, weil sein Mindestleistungsfenster über dem tatsächlichen Bedarf liegt.
Das kostet Arbeitszahl, Lebensdauer und Anschaffungspreis zugleich. Der umgekehrte Fehler ist genauso teuer: Ein zu kleines Gerät lässt den Heizstab mitlaufen, und der erzeugt Wärme mit einer Arbeitszahl von 1 statt 3 bis 4. Zwischen beiden Fehlern liegt ein schmaler Korridor, und er lässt sich ausrechnen.
Was die Auslegung nicht tut
Sie empfiehlt kein Fabrikat und keine Baugröße eines Herstellers. Sie benennt den Punkt, die Leistung und den Korridor des Bivalenzpunkts. Welches Gerät das erfüllt, steht in dessen Datenblatt — und dort steht es herstellergeprüft. Eine Empfehlung von uns wäre entweder ungeprüft oder bezahlt.
Drei Posten, eine Zahl. Und jeder Posten einzeln sichtbar.
Die geforderte Heizleistung ist nicht die Heizlast. Sie ist die Heizlast plus das, was die Trinkwassererwärmung braucht, plus der Zuschlag dafür, dass der Netzbetreiber die Wärmepumpe zeitweise abschalten darf. Wer nur die Heizlast auf ein Datenblatt legt, legt zu klein aus.
Diese Rechnung steht in VDI 4645, Gleichung (19). Wir führen sie mit Ihren Zahlen aus und zeigen jeden Posten einzeln — auch damit sichtbar bleibt, welcher davon wie stark ins Gewicht fällt. Wer keine Sperrzeit hat, sieht dort eine Null und nicht einen versteckten Aufschlag.
Fehlt eine Angabe, wird sie nicht geschätzt. Ohne Wohnfläche steht neben der Zahl, dass das Trinkwasser nicht darin steckt — statt einer stillen Annahme, die niemand mehr findet.
| Posten | Herkunft | Leistung |
|---|---|---|
| Raumheizung | Norm-Heizlast nach DIN EN 12831-1 | 7,4 kW |
| Trinkwasser | 140 m², DIN EN 12831-3 Anhang B | 0,3 kW |
| Sperrzeit | 2 h/Tag Netzsperre, Gl. (19) | 0,7 kW |
| Gefordert bei A−10/W45 | Gleichung (19) | 8,4 kW |
| Volumenstrom | bei 5 K Spreizung | 1.288 l/h |
Rechenbeispiel, kein Kundenfall. Ein Einfamilienhaus mit 140 m² Wohnfläche, 7,4 kW Norm-Heizlast und 2 h Sperrzeit am Tag, an einem Ort mit −10 °C Norm-Außentemperatur und 45 °C Systemvorlauf nach dem Abgleich. Die Trinkwassermenge kommt aus der Wohnfläche und nicht aus der Zahl der heutigen Bewohner: DIN EN 12831-3 Anhang B rechnet daraus 2,3 äquivalente Personen, dazu kommen die Bereitschaft des Speichers und die Verteilung. So bleibt die Auslegung auch nach einem Bewohnerwechsel richtig. In Ihrem Haus rechnet die Auslegung dieselbe Gleichung mit Ihren Werten.
Eine Leistungsangabe ohne Punkt ist wertlos.
„8,6 kW" steht auf jedem zweiten Datenblatt — die Frage ist, bei welcher Quellen- und welcher Vorlauftemperatur. Dieselbe Wärmepumpe liefert bei 7 °C Außenluft und 35 °C Vorlauf ein Vielfaches dessen, was sie bei −10 °C und 55 °C schafft.
Deshalb entsteht die Anforderung immer als Paar: Punkt und Leistung. Die Schreibweise ist die der Prüfnormen — Quelle vor dem Schrägstrich, Vorlauf dahinter.
A−10/W45
Außenluft
Die Norm-Außentemperatur Ihres Ortes steht vor dem Schrägstrich. Sie kommt aus der Postleitzahl und wird nicht gerundet: −8,5 °C bleibt −8,5 °C, weil ein halbes Grad Auslegungstemperatur keine Nachkommastelle zum Wegwerfen ist.
B0/W45
Erdsonde
Hier steht keine Außentemperatur, denn die Quelle ist nicht das Wetter. Die Richtlinie legt 2 °C Soleeintritt zugrunde, der Prüfpunkt heißt B0 — standortunabhängig.
W10/W45
Brunnenwasser
Dasselbe für Grundwasser: 10 °C Quellentemperatur, unabhängig davon, wie kalt es draußen ist. Eine Außentemperatur davorzuschreiben wäre eine Verwechslung von Quelle und Wetter.
Wir listen nicht neun Möglichkeiten auf. Wir empfehlen eine.
| Leistungsanteil | Heizstab im Jahr | Bewertung |
|---|---|---|
| ξ = 80 % | 1,4 % | empfohlen |
| ξ = 70 % | 3,0 % | vertretbar |
| ξ = 60 % | 6,1 % | zu klein |
| ξ = 50 % | 11,4 % | zu klein |
| ξ = 40 % | 20,0 % | zu klein |
Gerechnetes Beispiel. 10,1 kW Heizlast, −10,4 °C Auslegungstemperatur, 9,8 °C Jahresmittel, Heizgrenze 15 °C, Außenluft, paralleler Betrieb. Der Leistungsanteil ξ ist die Heizleistung der Wärmepumpe bei Norm-Außentemperatur, bezogen auf die Gebäudeheizlast. Für diesen Fall liegt der empfohlene Bivalenzpunkt bei −4 °C. Die Häufigkeitsverteilung ist dabei nach VDI 4645 als Normalverteilung genähert — keine gemessene Dauerlinie, sondern auf die beiden Klimawerte Ihrer Postleitzahl kalibriert, ohne freie Parameter. Datenbasis DWD 2006–2023.
Unterhalb des Bivalenzpunkts trägt die Wärmepumpe nicht mehr allein, und ein elektrischer Heizstab schaltet zu. Wie oft das im Jahr passiert, hängt an der Gerätegröße — und dieser Zusammenhang lässt sich für Ihren Standort ausrechnen. Die Häufigkeitsverteilung der Tagesmitteltemperaturen wird dafür nach VDI 4645 aus zwei Werten Ihrer Postleitzahl gebildet: der Norm-Außentemperatur und dem Jahresmittel. Beide sind für 8.176 Postleitzahlen hinterlegt.
Empfohlen wird deshalb das kleinste Gerät, dessen Heizstabanteil noch unter der Schwelle bleibt — nicht das größte, das sie einhält. Ein größeres Gerät kauft sich seine Sicherheit mit Takten.
Woher die Schwellen kommen
Die VDI 4645 liefert das Handwerkszeug, nennt aber keinen Zahlenkorridor — die Bewertung überlässt sie dem Planer. Zielschwelle 2 %, Grenzschwelle 5 % sind deshalb unsere Festlegung, nicht Norminhalt. Grundlage sind Feldmessungen des Fraunhofer ISE, die an gut laufenden Anlagen Heizstabanteile von etwa 1 bis 2 % finden. Eine Empfehlung oberhalb dieses Mittelwerts wäre keine.
Eine Rechnung, keine Zusage.
Die Jahresarbeitszahl wird nach VDI 4650 gebildet, mit Ihren Werten. Was die Anlage später wirklich erreicht, hängt an Einregulierung, Nutzerverhalten und Wetter — das sagen wir dazu, statt eine Zahl als Versprechen auszugeben.
Ihr Wert liegt im Vergleich: zwischen zwei Vorlauftemperaturen, zwei Bivalenzpunkten, zwei Wärmequellen. Genau dafür ist sie da — und dafür taugt sie, weil auf beiden Seiten dieselbe Rechnung steht.
Was eingeht — und woher es kommt
- Wärmequelle und BetriebsweiseIhre Angabe
- Vorlauftemperatur und Spreizungaus dem hydraulischen Abgleich
- Norm-Außentemperaturaus der Postleitzahl
- Heizgrenze des Gebäudesaus Baujahr und Dämmstandard
- Leistungsanteil der Wärmepumpeaus dem gewählten Bivalenzpunkt
- Anteil der Trinkwassererwärmungaus der Wohnfläche, falls die Wärmepumpe sie übernimmt
Wann wir nicht rechnen
Fehlt die Wärmequelle, die Betriebsweise oder die Norm-Außentemperatur, kommt keine Zahl — sondern der Hinweis, welche Angabe fehlt. Für jede der drei ließe sich ein Vorgabewert einsetzen, und die Rechnung liefe durch. Sie sähe dann aus wie eine Auslegung und wäre keine.
Die Auslegung ist der letzte Schritt, nicht der erste.
- 1
Gebäude erfassen und rechnen
Scannen oder zeichnen, Räume klären, Heizlast rechnen. Kostenlos bis zum Ergebnis.
- 2
Heizflächen prüfen und abgleichen
Erst wenn feststeht, welcher Heizkörper wie viel trägt, steht die Vorlauftemperatur — und die ist die Hälfte des Betriebspunkts.
- 3
Anlage beschreiben
Wärmequelle, Betriebsweise, Sperrzeit. Drei Angaben, keine Gerätedaten.
- 4
Anforderung mitnehmen
Betriebspunkt, geforderte Leistung, Volumenstrom, Bivalenzpunkt und Arbeitszahl — als PDF für den Fachbetrieb.
Kein eigener. Und das mit Absicht.
Hydraulischer Abgleich — Auslegung enthalten
117,00 € inkl. MwSt.
Betriebspunkt, Leistungsanforderung, Bivalenzpunkt und Arbeitszahl entstehen aus Zahlen, die nach dem hydraulischen Abgleich ohnehin feststehen. Dafür ein zweites Mal Geld zu verlangen, wäre eine Verpackung und keine Leistung. Heizlast und Heizflächenprüfung sind ebenfalls enthalten; wer eine Stufe schon hat, zahlt die Differenz.
- Soll-Volumenströme je Raum
- Ventileinstellwerte je Heizkörper
- VdZ-Formular vorausgefüllt, ohne Zusatzkosten — das Unterschriftsfeld des Betriebs bleibt frei
- Wärmepumpen-Auslegung am Betriebspunkt, der nach dem Abgleich feststeht
- Jahresarbeitszahl nach VDI 4650 und was sie für die Betriebskosten bedeutet
- Enthält Heizflächenprüfung und Heizlast


Was Leute vorher wissen wollen.
Warum fragt ihr mich nicht nach meinem Wunschgerät?
Weil das die falsche Richtung wäre. Eine Prüfung vergleicht ein genanntes Gerät mit dem Gebäude — dafür braucht sie das Datenblatt. Eine Auslegung geht andersherum: Sie sagt, welchen Betriebspunkt die Anlage treffen muss und wie viel Leistung dort vorhanden sein muss. Gegen diese Vorgabe liest Ihr Installateur dann Datenblätter. Sie müssen uns kein Gerät nennen — wir nennen Ihnen die Anforderung.
Was genau ist der Betriebspunkt?
Die Schreibweise der Prüfnormen für den Punkt, an dem Ihre Anlage am kältesten Tag arbeitet: Quellentemperatur vor dem Schrägstrich, Vorlauftemperatur dahinter. „A−10/W45" heißt Außenluft bei −10 °C, Vorlauf 45 °C. Bei Erdsonden heißt der Punkt B0, bei Brunnenwasser W10 — dort ist die Quelle nicht das Wetter, deshalb steht keine Außentemperatur davor. Die Außentemperatur ist die Norm-Außentemperatur Ihres Ortes, der Vorlauf der, der nach dem hydraulischen Abgleich feststeht.
Woher kommt die geforderte Leistung?
Aus VDI 4645, Gleichung (19). Drei Posten gehen ein: die Gebäudeheizlast aus Ihrer raumweisen Berechnung nach DIN EN 12831-1, der Trinkwasserbedarf nach DIN EN 12831-3 Anhang B und der Zuschlag für die Sperrzeit des Netzbetreibers. Alle drei stehen einzeln in der Auswertung, nicht als Pauschalaufschlag. Das Trinkwasser rechnet die Norm aus der Wohnfläche und nicht aus der Zahl der heutigen Bewohner: ausgelegt wird, wofür das Haus gebaut ist, damit die Anlage auch nach einem Bewohnerwechsel trägt. Fehlt die Wohnfläche, liest man ausdrücklich, dass das Trinkwasser nicht in der Zahl steckt.
Was ist der Bivalenzpunkt — und empfehlt ihr einen?
Der Bivalenzpunkt ist die Außentemperatur, unterhalb derer die Wärmepumpe nicht mehr allein trägt und ein Heizstab zuschaltet. Ja, wir empfehlen einen. Die VDI 4645 liefert dafür das Handwerkszeug, aber keinen Zahlenkorridor — die Bewertung überlässt sie dem Planer. Unsere Festlegung: empfohlen wird das kleinste Gerät, dessen Heizstabanteil an der Jahreswärme unter 2 % bleibt; bis 5 % gilt als noch vertretbar. Die 2 % stammen aus Feldmessungen des Fraunhofer ISE an gut laufenden Anlagen. Dass das unsere Schwelle ist und keine Norm, steht auf der Auswertung.
Warum nicht einfach die größte Wärmepumpe?
Weil ein zu großes Gerät taktet. Modulierende Wärmepumpen haben eine Mindestleistung; liegt der Wärmebedarf darunter, schalten sie ein und aus statt durchzulaufen. Das kostet Arbeitszahl und Lebensdauer. Umgekehrt läuft ein zu kleines Gerät zu oft mit dem Heizstab, und der erzeugt Wärme mit einer Arbeitszahl von 1 statt 3 bis 4. Die Auslegung sucht deshalb nicht das größte Gerät, das passt, sondern das kleinste, dessen Zusatzanteil noch klein genug ist.
Was ist die Jahresarbeitszahl hier wert?
Sie wird nach VDI 4650 gerechnet, mit Ihren Werten: Wärmequelle, Betriebsweise, Vorlauftemperatur, Spreizung, Norm-Außentemperatur, Heizgrenze des Gebäudes, Leistungsanteil der Wärmepumpe und — falls die Wärmepumpe das Trinkwasser mit erwärmt — dessen Anteil. Sie ist eine Rechnung, keine Zusage: Was die Anlage später wirklich erreicht, hängt an Einregulierung, Nutzerverhalten und Wetter. Was sie leistet, ist der Vergleich — zwischen zwei Vorlauftemperaturen, zwei Bivalenzpunkten, zwei Wärmequellen.
Empfehlt ihr ein bestimmtes Fabrikat?
Nein, und das ist Absicht. Wir benennen den Punkt, die Leistung, den Volumenstrom und die Bandbreite des Bivalenzpunkts. Welches Gerät das erfüllt, steht in dessen Datenblatt — und dort steht es herstellergeprüft. Eine Empfehlung von uns wäre entweder ungeprüft oder bezahlt; beides würde die Unterlage entwerten, für die Sie hier sind.
Wann rechnet ihr die Auslegung NICHT?
Wenn die Wärmequelle, die Betriebsweise oder die Norm-Außentemperatur fehlt. Für jede dieser drei Angaben ließe sich ein Vorgabewert einsetzen, und die Rechnung liefe durch — mit einer Zahl, die nach Auslegung aussieht und keine ist. Stattdessen steht dort, welche Angabe fehlt und wo Sie sie nachtragen. Ein Betriebspunkt mit halber Bezeichnung auf einem Nachweis ist schlechter als gar keiner.
Was kostet die Auslegung?
Nichts zusätzlich. Sie ist Bestandteil von Stufe 3, dem hydraulischen Abgleich für 117 € je Gebäude — mit Heizlast und Heizflächenprüfung darin. Es gibt bewusst keinen eigenen Preis dafür: Betriebspunkt und Leistungsanforderung entstehen aus Zahlen, die nach dem Abgleich ohnehin feststehen. Dafür ein zweites Mal Geld zu verlangen, wäre eine Verpackung, keine Leistung.
Weitere Antworten finden Sie in der Hilfe.
Wärmepumpe auslegen in Ihrer Stadt
Bei dieser Stufe ist der Ortsbezug nicht mittelbar, sondern steht im Namen: Der Betriebspunkt heißt „A−10/W45" oder „A−14/W45", je nach Norm-Außentemperatur Ihres Ortes — und dazwischen liegt bei einer Luft/Wasser-Wärmepumpe ein deutlicher Leistungsabfall. Auch der empfohlene Bivalenzpunkt hängt am Standort: Er folgt aus der Häufigkeitsverteilung der Tagesmitteltemperaturen, und die entsteht aus der Norm-Außentemperatur und dem Jahresmittel Ihrer Postleitzahl. Beide Werte sind für 8.176 Postleitzahlen hinterlegt. Für 509 Städte gibt es eine eigene Seite — hier die größten:
Die Auslegung steht am Ende der Kette — weil sie alles davor braucht.
Ohne raumweise Heizlast keine Leistung, ohne geprüfte Heizflächen keine Vorlauftemperatur, ohne Abgleich keine Spreizung. Der Weg beginnt beim Gebäude — und bis zum Ergebnis kostet er nichts.