Die Jahresarbeitszahl entscheidet über die Förderfähigkeit
Eine Wärmepumpe wird nur gefördert, wenn sie die Anforderungen erfüllt — die Jahresarbeitszahl gehört dazu. Welche Zuschläge für Ihr Gebäude zusammenkommen, prüft der FörderCheck.
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JAZ-Schnellrechner: das Wichtigste in Kürze
Die Jahresarbeitszahl sagt, wie viele Kilowattstunden Wärme eine Wärmepumpe je Kilowattstunde Strom über ein ganzes Jahr liefert. Sie entscheidet über Ihre Stromrechnung.
So wird gerechnet
Die Methodik ist an VDI 4650 angelehnt. Ausgangspunkt sind die Leistungszahlen des Geräts bei genormten Betriebspunkten. Diese werden über den Temperaturverlauf des Jahres gewichtet — die Wärmepumpe läuft schliesslich die meiste Zeit nicht bei Auslegungstemperatur, sondern bei milderen Bedingungen, an denen sie deutlich effizienter arbeitet.
Berücksichtigt werden Zuschläge und Abschläge: die Warmwasserbereitung, die durchgehend hohe Temperaturen verlangt und die Arbeitszahl drückt, sowie ein etwaiger Heizstab für Spitzenlast und Legionellenschutz.
Die Klimabasis ist postleitzahlgenau. Das ist keine Feinheit: Die Arbeitszahl entsteht aus dem Temperaturverlauf über das Jahr, und der unterscheidet sich zwischen Nord- und Süddeutschland deutlich.
VDI 4650 beschreibt das Kurzverfahren zur Berechnung der Jahresarbeitszahl. Es ist der in der Branche übliche Bezug, weil es mit den Daten auskommt, die auf Herstellerdatenblättern stehen, und trotzdem den Jahresverlauf abbildet statt nur einen einzelnen Betriebspunkt.
Grundlage: Methodik angelehnt an VDI 4650 — die Norm der Branche.
Was das Ergebnis bedeutet
Zur Einordnung: Eine Luft-Wasser-Wärmepumpe im Bestand mit Heizkörpern erreicht typischerweise 2,8 bis 3,5. Mit Flächenheizung und niedriger Vorlauftemperatur sind 4,0 bis 4,5 realistisch. Sole-Wasser-Anlagen liegen darüber, weil die Quellentemperatur über das Jahr stabil bleibt.
Der stärkste Hebel ist die Vorlauftemperatur. Als Faustwert kostet jedes Grad mehr Vorlauf etwa zweieinhalb Prozent Arbeitszahl. Zehn Grad niedriger sind rund ein Viertel weniger Stromverbrauch — erreichbar durch grössere Heizflächen, besseren hydraulischen Abgleich oder eine gedämmte Hülle.
Achten Sie auf die Abgrenzung: Manche Angaben beziehen sich nur auf die Heizung, andere schliessen die Warmwasserbereitung ein. Da Warmwasser ganzjährig hohe Temperaturen verlangt, drückt es die Arbeitszahl spürbar. Ein Vergleich zweier Angebote ist nur dann fair, wenn beide dieselbe Abgrenzung verwenden.
Wo dieser Rechner endet
- Berechnet wird eine Erwartung aus Gerätedaten und Klimabasis. Was die Anlage tatsächlich erreicht, hängt an Einbau, Einregelung, hydraulischem Abgleich und am Nutzerverhalten. Abweichungen nach unten sind in der Praxis häufig, und sie haben fast immer eine dieser Ursachen.
- Die Norm-Leistungszahlen der Hersteller gelten unter Prüfbedingungen. Ein ungünstig aufgestelltes Aussengerät oder ein zu klein bemessener Volumenstrom erreicht sie nicht.
- Ein Heizstab, der häufiger anspringt als geplant, kann die tatsächliche Arbeitszahl deutlich unter den berechneten Wert drücken. Das passiert vor allem bei zu klein ausgelegten Anlagen und bei falsch eingestellter Regelung.
Häufige Fragen zum JAZ-Schnellrechner
Was ist eine gute Jahresarbeitszahl?
Im Bestand mit Heizkörpern gelten 3,0 bis 3,5 als solide, mit Flächenheizung sind 4,0 und mehr erreichbar. Unter 2,5 sollte man nach der Ursache suchen — meist ist es eine zu hohe Vorlauftemperatur, eine überdimensionierte Anlage oder ein fehlender hydraulischer Abgleich.
Was ist der Unterschied zwischen JAZ und COP?
Der COP ist eine Momentaufnahme bei einem festgelegten Betriebspunkt, etwa 7 Grad Aussenluft und 35 Grad Vorlauf. Die Jahresarbeitszahl ist der Mittelwert über ein ganzes Betriebsjahr, inklusive Warmwasser, Abtauung und Hilfsenergie. Für die Stromrechnung zählt nur die Jahresarbeitszahl.
Wie verbessere ich die Arbeitszahl nachträglich?
Über die Vorlauftemperatur — sie ist der stärkste Hebel. Konkret: Heizkurve korrekt einstellen, hydraulischen Abgleich durchführen, einzelne unterdimensionierte Heizkörper tauschen, Warmwassertemperatur und Legionellenprogramm auf das nötige Mass begrenzen.
Warum unterscheidet sich die Arbeitszahl je nach Standort?
Weil sie aus dem Temperaturverlauf des ganzen Jahres entsteht. An einem milden Standort arbeitet dieselbe Anlage öfter im günstigen Bereich und erreicht eine höhere Jahresarbeitszahl als in einer kalten Region.
Wie messe ich die tatsächliche Arbeitszahl meiner Anlage?
Sie brauchen zwei Zähler: einen Wärmemengenzähler auf der Abgabeseite und einen Stromzähler für die Wärmepumpe einschliesslich Heizstab und Hilfsantrieben. Der Quotient über ein volles Jahr ist die Jahresarbeitszahl. Viele Geräte zeigen einen internen Wert an, der die Hilfsenergie nicht immer vollständig erfasst.
Warum weicht die tatsächliche Arbeitszahl oft nach unten ab?
Die häufigsten Ursachen sind eine zu hohe Vorlauftemperatur, ein fehlender hydraulischer Abgleich, eine überdimensionierte Anlage mit häufigem Takten und ein zu oft laufender Heizstab. Alle vier sind nachträglich behebbar, und alle vier gehen auf die Auslegung zurück.