Reichen Ihre Heizkörper wirklich?

Der Umrechner zeigt die Leistung eines einzelnen Heizkörpers. In der Arbeitsfläche stellen Sie jeden Ihrer Heizkörper der Heizlast des Raums gegenüber — mit Deckungsgrad je Raum und der Vorlauftemperatur, bei der es kippt.

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Heizkörper-Umrechner: das Wichtigste in Kürze

Ein Heizkörper gibt bei niedrigerer Vorlauftemperatur deutlich weniger Wärme ab. Der Rechner sagt, wie viel von der Nennleistung bei Ihrer geplanten Temperatur übrig bleibt.

So wird gerechnet

Herstellerangaben zur Heizkörperleistung gelten für die Normbedingungen 75 Grad Vorlauf, 65 Grad Rücklauf, 20 Grad Raumtemperatur. Diese Angabe steht auf jedem Datenblatt und ist der Bezugspunkt. Umgerechnet wird nach DIN 4703-3, Abschnitt 6.1 und 7.1.

Umgerechnet wird über die logarithmische Übertemperatur — die mittlere Temperaturdifferenz zwischen Heizmedium und Raumluft. Sie geht mit einem Exponenten in die Leistung ein, der von der Bauart abhängt: Bei Plattenheizkörpern liegt er typischerweise um 1,3, bei Röhrenradiatoren etwas niedriger, bei Konvektoren höher.

Der Exponent über eins ist der Grund, warum die Leistung nicht proportional, sondern überproportional einbricht. Eine Halbierung der Übertemperatur führt zu deutlich weniger als der halben Leistung.

Die logarithmische Übertemperatur ist der Mittelwert der Temperaturdifferenz zwischen Heizmedium und Raumluft über den Heizkörper hinweg. Sie ist nicht das arithmetische Mittel aus Vor- und Rücklauf, weil die Temperatur entlang des Heizkörpers nicht linear abfällt — bei kleinen Spreizungen ist der Unterschied gering, bei grossen erheblich.

Grundlage: Umrechnung nach DIN 4703-3, Abschnitt 6.1 und 7.1 — mit Standard- und reitendem Anschluss.

Was das Ergebnis bedeutet

Zur Grössenordnung: Ein Heizkörper, der bei 75/65 seine Nennleistung bringt, liefert bei 55/45 nur noch etwa die Hälfte und bei 45/35 rund ein Drittel. Genau diese Rechnung entscheidet, ob die vorhandenen Heizkörper für eine Wärmepumpe reichen.

Fällt ein einzelner Raum durch, ist das kein Grund gegen die Wärmepumpe. Meist reicht es, in ein oder zwei Räumen den Heizkörper zu tauschen — das ist erheblich günstiger, als die Vorlauftemperatur des ganzen Hauses anzuheben und damit dauerhaft Arbeitszahl zu verlieren.

Für die Praxis heisst das: Prüfen Sie jeden Raum einzeln gegen seine Heizlast. Erst dieser Vergleich sagt, welche Vorlauftemperatur das Haus braucht — und die richtet sich immer nach dem ungünstigsten Raum, nicht nach dem Durchschnitt.

Wo dieser Rechner endet

  • Gerechnet wird ein einzelner Heizkörper. Ob das Haus insgesamt trägt, zeigt erst der Vergleich von Heizkörperleistung und raumweiser Heizlast für jeden Raum.
  • Die Nennleistung gilt für den freistehenden Heizkörper. Verkleidungen, tiefe Nischen oder zugestellte Möbel mindern die Abgabe zusätzlich.

Häufige Fragen zum Heizkörper-Umrechner

Reichen meine alten Heizkörper für eine Wärmepumpe?

Häufiger als vermutet — vor allem, wenn sie damals großzügig ausgelegt wurden, was in Altbauten oft der Fall ist. Sicher ist es erst nach dem Vergleich je Raum: Heizkörperleistung bei der geplanten Vorlauftemperatur gegen die raumweise Heizlast. Ein oder zwei Räume fallen typischerweise durch, das ganze Haus selten.

Was bedeutet 75/65/20?

Die Normprüfbedingungen: 75 Grad Vorlauftemperatur, 65 Grad Rücklauftemperatur, 20 Grad Raumtemperatur. Alle Leistungsangaben auf Herstellerdatenblättern beziehen sich darauf. Für eine Wärmepumpe mit 45 Grad Vorlauf wird nach DIN 4703-3 auf die tatsächlichen Temperaturen umgerechnet — wahlweise für Standardanschluss oder reitenden Anschluss, die sich deutlich unterscheiden.

Muss ich alle Heizkörper tauschen?

In aller Regel nein. Die Rechnung wird je Raum geführt, und meist sind es einzelne Räume, in denen die Leistung nicht reicht — oft Badezimmer oder Räume mit vielen Aussenwänden. Der gezielte Tausch dieser wenigen Heizkörper ist deutlich günstiger als ein pauschaler Austausch.

Warum bricht die Leistung so stark ein?

Weil die Wärmeabgabe nicht linear von der Temperaturdifferenz abhängt, sondern mit einem Exponenten über eins. Bei Plattenheizkörpern liegt er um 1,3. Dadurch führt eine Halbierung der Übertemperatur zu deutlich weniger als der halben Leistung.

Welche Vorlauftemperatur schafft mein Haus?

Die des ungünstigsten Raums. Rechnen Sie für jeden Raum, welche Leistung der vorhandene Heizkörper bei verschiedenen Vorlauftemperaturen abgibt, und vergleichen Sie mit der raumweisen Heizlast. Der Raum, der zuerst nicht mehr trägt, bestimmt die Heizkurve des ganzen Hauses.

Lohnt sich der Tausch einzelner Heizkörper?

Fast immer, wenn dadurch die Vorlauftemperatur des ganzen Hauses sinken kann. Ein einzelner grösserer Heizkörper kostet einen niedrigen dreistelligen Betrag; zehn Grad niedrigere Vorlauftemperatur bringen rund ein Viertel weniger Stromverbrauch — jedes Jahr.

Was ist der Heizkörperexponent?

Er beschreibt, wie stark die Wärmeabgabe mit der Übertemperatur wächst. Bei Plattenheizkörpern liegt er typischerweise um 1,3, bei Röhrenradiatoren etwas darunter, bei Konvektoren darüber. Je höher der Exponent, desto stärker bricht die Leistung bei sinkender Vorlauftemperatur ein — Konvektoren sind für Wärmepumpen deshalb ungünstiger als Flächenheizkörper.

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