Heizlast und längster Strang — belegt statt geschätzt

Beide Eingaben stehen in der Arbeitsfläche: die Heizlast raumweise nach Norm, der längste Fliessweg aus Ihrem eigenen Grundriss statt aus einer Annahme.

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Pumpen-Rechner: das Wichtigste in Kürze

Die Umwälzpumpe muss den nötigen Volumenstrom gegen den Druckverlust der Anlage fördern. Zu gross gewählt kostet sie Strom und erzeugt Strömungsgeräusche.

So wird gerechnet

Der Volumenstrom folgt aus der zu übertragenden Wärmeleistung und der Temperaturspreizung zwischen Vor- und Rücklauf. Bei Wärmepumpen ist die Spreizung meist enger als bei Kesseln — häufig 5 Kelvin statt 20 —, weshalb der Volumenstrom bei gleicher Leistung deutlich höher ausfällt.

Die Förderhöhe ergibt sich aus dem Druckverlust des ungünstigsten Fliesswegs: Rohrreibung über die gesamte Länge, Einzelwiderstände an Bögen, Ventilen und Formstücken, dazu die Widerstände von Erzeuger, Wärmetauschern und Heizflächen. Maßgeblich ist immer der ungünstigste Weg, nicht der Mittelwert.

Der Druckverlust wird nach Darcy-Weisbach gerechnet, die Rohrreibungszahl iterativ nach Colebrook-White bestimmt. Aus Volumenstrom und Förderhöhe ergibt sich der Betriebspunkt, an dem die Pumpenkennlinie abzulesen ist.

Bei Anlagen mit Thermostatventilen ändert sich der Volumenstrom laufend. Eine geregelte Pumpe passt ihre Leistung daran an; entscheidend ist, dass sie auf die richtige Kennlinie eingestellt wird. Bei Flächenheizungen ist meist eine konstante Druckdifferenz die passende Regelungsart, bei Heizkörperanlagen häufig eine veränderliche.

Grundlage: Volumenstrom und Förderhöhe über Darcy-Weisbach mit iterativer Colebrook-White-Lösung.

Was das Ergebnis bedeutet

Eine zu gross gewählte Pumpe ist der Normalfall im Bestand. Sie verbraucht dauerhaft mehr Strom als nötig und erzeugt an Ventilen Strömungsgeräusche. Eine zu klein gewählte versorgt die entferntesten Räume nicht.

Als Faustwert für Einfamilienhäuser: Ein Meter Förderhöhe entspricht rund 100 Millibar Druckverlust. Anlagen mit sechs Metern Förderhöhe im Einfamilienhaus sind fast immer ein Zeichen dafür, dass nie abgeglichen wurde.

Die Pumpe ist einer der wenigen Dauerläufer im Haus. Eine falsch eingestellte Pumpe kostet über die Heizperiode leicht mehrere Hundert Kilowattstunden — Strom, der nichts zur Wärme beiträgt, sondern nur Geräusche erzeugt.

Bei einem Wärmepumpentausch lohnt der Blick auf die vorhandene Pumpe: Sie wurde für einen Kessel mit grosser Spreizung ausgelegt. Der höhere Volumenstrom der Wärmepumpe kann sie an ihre Grenze bringen — oder die alte Pumpe ist so gross gewählt, dass sie auch den neuen Betriebspunkt abdeckt. Beides kommt vor, und beides zeigt erst die Rechnung.

Wo dieser Rechner endet

  • Der Rechner bestimmt den Betriebspunkt. Ob die Anlage die Wärme dann auch richtig verteilt, entscheidet der hydraulische Abgleich mit den Voreinstellwerten je Heizkörper.
  • Bei Anlagen mit veränderlichem Volumenstrom hängt der tatsächliche Verbrauch stark von der Regelungsart der Pumpe ab.

Häufige Fragen zum Pumpen-Rechner

Welche Förderhöhe braucht meine Heizungspumpe?

Den Druckverlust des ungünstigsten Fliesswegs. Im typischen Einfamilienhaus liegt der bei etwa zwei bis drei Metern; bei Anlagen mit hohem Druckverlust in Flächenheizkreisen kann es mehr sein. Werkseinstellungen von sechs Metern sind fast immer zu hoch.

Warum brauchen Wärmepumpen einen höheren Volumenstrom?

Weil sie mit engerer Temperaturspreizung arbeiten. Bei gleicher Leistung und halber Spreizung verdoppelt sich der Volumenstrom. Rohrleitungen, die für einen Kessel mit 20 Kelvin Spreizung ausgelegt wurden, können deshalb zu eng sein.

Woran erkenne ich eine falsch eingestellte Pumpe?

An Strömungsgeräuschen in den Ventilen, an einem hohen Stromverbrauch der Pumpe und an einer sehr geringen Spreizung zwischen Vor- und Rücklauf. Alle drei deuten auf zu hohe Förderhöhe bei fehlendem Abgleich hin.

Wie stelle ich meine Heizungspumpe richtig ein?

Erst den Druckverlust des ungünstigsten Fliesswegs bestimmen, dann die Förderhöhe darauf einstellen und die zur Anlage passende Regelungsart wählen. Ohne hydraulischen Abgleich bleibt jede Einstellung ein Kompromiss: Was für den entferntesten Heizkörper reicht, ist für den nächstgelegenen zu viel.

Woran erkenne ich, dass die Pumpe zu gross eingestellt ist?

An Strömungsgeräuschen in Ventilen und Rohren, an einer sehr kleinen Differenz zwischen Vor- und Rücklauftemperatur und an einer hohen Leistungsaufnahme der Pumpe im Display. Alle drei treten fast immer gemeinsam auf.

Was ist der Unterschied zwischen Förderhöhe und Druck?

Es ist dieselbe Grösse in anderer Einheit. Ein Meter Förderhöhe entspricht rund 100 Millibar oder 0,1 bar. Pumpenkennlinien sind meist in Metern angegeben, Druckverlustberechnungen häufig in Millibar oder Pascal — beim Vergleich beider muss umgerechnet werden.

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