Absicherung und Zuleitung gehören ins Protokoll

Was Sie hier ausgelegt haben, muss bei der Abnahme dokumentiert sein — zusammen mit den übrigen Prüfpunkten, die dabei leicht untergehen.

Elektro-Absicherung: das Wichtigste in Kürze

Welcher Leitungsquerschnitt und welche Absicherung eine Wärmepumpe braucht, hängt am Strom, an der Verlegeart und an der Leitungslänge.

So wird gerechnet

Grundlage ist die Strombelastbarkeit nach DIN VDE 0298-4. Sie hängt nicht nur am Querschnitt, sondern maßgeblich an der Verlegeart: Eine Leitung in einer wärmegedämmten Wand darf deutlich weniger Strom führen als dieselbe Leitung frei in Luft. Häufung mehrerer Leitungen und Umgebungstemperatur führen zu weiteren Abminderungsfaktoren.

Zweiter Prüfpunkt ist der Spannungsfall über die Leitungslänge. Bei längeren Zuleitungen — etwa zu einem entfernt aufgestellten Aussengerät — ist er häufig der bestimmende Faktor, nicht die Strombelastbarkeit.

Die Absicherung muss zur Leitung und zum Anlaufverhalten passen. Wärmepumpen mit Sanftanlauf oder Frequenzumrichter haben ein anderes Anlaufverhalten als solche mit Direktanlauf.

DIN VDE 0298-4 enthält die Tabellen zur Strombelastbarkeit von Leitungen. Massgeblich sind Verlegeart, Häufung mit anderen Leitungen und Umgebungstemperatur; jede dieser Grössen führt zu einem Abminderungsfaktor, der die zulässige Belastung senkt.

Der Spannungsfall wird gesondert geprüft. Für Endstromkreise gelten Richtwerte im niedrigen Prozentbereich; bei langen Zuleitungen zu einem entfernt aufgestellten Aussengerät ist er häufig der bestimmende Faktor und erzwingt einen grösseren Querschnitt als die Strombelastbarkeit allein.

Grundlage: Berechnung nach DIN VDE 0298-4 — für die sichere Elektro-Versorgung.

Was das Ergebnis bedeutet

Das Ergebnis ist eine Vorbemessung für die Planung — etwa um zu klären, ob der vorhandene Zählerschrank und die vorhandene Zuleitung reichen oder ob eine Erweiterung nötig wird. Das früh zu wissen, verhindert böse Überraschungen bei der Installation.

Hinzu kommt die Anmeldung beim Netzbetreiber. Wärmepumpen sind anmeldepflichtig, und die netzdienliche Steuerbarkeit ist Voraussetzung für das reduzierte Netzentgelt.

Klären Sie diese Frage früh. Ob der vorhandene Zählerschrank Platz für die zusätzlichen Sicherungen hat und ob die Hausanschlussleistung reicht, entscheidet über einen Kostenblock, der in vielen Angeboten zunächst gar nicht auftaucht.

Für die Planung ist neben dem Betriebsstrom das Anlaufverhalten wichtig. Geräte mit Frequenzumrichter starten sanft und belasten das Netz beim Einschalten kaum; Geräte mit Direktanlauf ziehen kurzzeitig ein Vielfaches des Nennstroms, was Auslösecharakteristik und Netzanmeldung beeinflusst.

Wo dieser Rechner endet

  • Die Ausführung der Elektroinstallation ist dem konzessionierten Elektrofachbetrieb vorbehalten. Dieser Rechner dient der Planung und ersetzt weder Fachplanung noch Ausführung.
  • Selektivität, Fehlerschutz und die Auswahl des Fehlerstromschutzschalters — bei Frequenzumrichtern regelmässig allstromsensitiv — sind gesondert zu bestimmen.
  • Die Anmeldung beim Netzbetreiber ist zwingend und erfolgt vor der Inbetriebnahme durch den eingetragenen Elektrofachbetrieb. Ohne sie ist der vergünstigte Wärmepumpentarif nicht zu bekommen.

Häufige Fragen zum Elektro-Absicherung

Welchen Anschluss braucht eine Wärmepumpe?

In aller Regel einen Drehstromanschluss mit eigener, abgesicherter Zuleitung. Querschnitt und Absicherung folgen aus dem Betriebsstrom, der Verlegeart und der Leitungslänge. Zusätzlich ist die Anmeldung beim Netzbetreiber erforderlich.

Warum spielt die Verlegeart so eine grosse Rolle?

Weil sie bestimmt, wie gut die Leitung ihre Verlustwärme abgeben kann. Frei in Luft verlegt kühlt sie gut, in einer gedämmten Wand kaum. Die zulässige Strombelastbarkeit unterscheidet sich dadurch erheblich — bei gleichem Querschnitt.

Was bedeutet die Steuerbarkeit nach § 14a EnWG?

Der Netzbetreiber darf die Leistung steuerbarer Verbrauchseinrichtungen in Spitzenzeiten begrenzen. Im Gegenzug gibt es ein reduziertes Netzentgelt. Technisch braucht es dafür eine Steuereinrichtung; die Anmeldung übernimmt der Elektrofachbetrieb.

Reicht mein Hausanschluss für eine Wärmepumpe?

In den meisten Einfamilienhäusern ja, weil die elektrische Leistungsaufnahme deutlich unter der Wärmeleistung liegt. Kritisch wird es, wenn zusätzlich Wallbox und Durchlauferhitzer betrieben werden. Der Netzbetreiber prüft das im Rahmen der Anmeldung.

Welchen Fehlerstromschutzschalter braucht eine Wärmepumpe?

Bei Geräten mit Frequenzumrichter in der Regel einen allstromsensitiven Typ, weil im Fehlerfall glatte Gleichfehlerströme auftreten können, die ein einfacher Typ nicht erfasst. Die konkrete Auswahl trifft der Elektrofachbetrieb anhand der Herstellervorgaben — sie ist sicherheitsrelevant und keine Frage des Preises.

Warum braucht die Wärmepumpe einen eigenen Stromkreis?

Weil sie eine dauerhaft hohe Last darstellt und weil die netzdienliche Steuerung nach den Vorgaben des Netzbetreibers auf sie und nur auf sie wirken muss. Ein gemeinsamer Stromkreis mit anderen Verbrauchern würde bei einer Leistungsbegrenzung auch diese betreffen und macht zudem die getrennte Messung für den vergünstigten Wärmepumpentarif unmöglich.

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