Die Füllmenge ist ein Prüfpunkt von vielen
Sie steht am Ende im Protokoll — zusammen mit Dichtheitsprüfung, Aufstellung und Inbetriebnahme. Die Checkliste hält die ganze Abnahme fest.
Kältemittel-Füllmenge: das Wichtigste in Kürze
Wie viel Kältemittel in einem Raum zulässig ist, begrenzt EN 378-1 über das Verhältnis von Füllmenge zu Raumvolumen.
So wird gerechnet
Maßgeblich ist der praktische Grenzwert des jeweiligen Kältemittels in Kilogramm je Kubikmeter Raumvolumen. Aus Raumgrösse und Grenzwert folgt die höchstzulässige Füllmenge für den Aufstellraum.
Bei brennbaren Kältemitteln — etwa Propan — ist der Grenzwert deutlich niedriger und richtet sich nach der unteren Explosionsgrenze. Genau diese Kältemittel werden aber wegen ihres geringen Treibhauspotenzials zunehmend eingesetzt und sind für einen Förderbonus relevant.
Die Aufstellungsart verändert die Anforderungen: Ein Aussengerät, dessen Kältekreis vollständig im Freien liegt, unterliegt anderen Vorgaben als eine Splitanlage, deren Leitungen durch bewohnte Räume führen.
EN 378-1 ist die europäische Sicherheitsnorm für Kälteanlagen und Wärmepumpen. Sie ordnet Kältemittel Sicherheitsgruppen zu und leitet daraus praktische Grenzwerte je Kubikmeter Raumvolumen ab; bei brennbaren Stoffen orientiert sich der Grenzwert an der unteren Explosionsgrenze.
Massgeblich ist der kleinste Raum, in dem sich Kältemittel im Leckagefall sammeln könnte — nicht das Gebäudevolumen. Bei einem Aufstellraum im Keller ohne Lüftung ist das ein deutlich strengerer Bezug, als viele erwarten.
Grundlage: Grenzwerte nach EN 378-1 — die europäische Sicherheitsnorm für Kälteanlagen.
Was das Ergebnis bedeutet
Für eine Monoblock-Wärmepumpe im Freien ist die Frage meist unkritisch, weil der gesamte Kältekreis ausserhalb liegt. Bei Splitanlagen und bei innen aufgestellten Geräten ist sie zwingend zu prüfen.
Wird der Grenzwert überschritten, gibt es mehrere Wege: ein grösserer Aufstellraum, eine technische Lüftung, eine Leckageüberwachung oder ein anderes Anlagenkonzept.
Bei einer Sanierung ist das früh zu klären. Stellt sich erst bei der Planung heraus, dass der vorgesehene Aufstellraum zu klein ist, ändert sich unter Umständen das ganze Anlagenkonzept — von der Innenaufstellung zum Monoblock im Freien.
Für die Praxis heisst das: Die Füllmenge ist keine reine Geräteeigenschaft, sondern eine Frage von Gerät und Aufstellsituation zusammen. Dasselbe Gerät kann in einem grossen Technikraum zulässig sein und in einer kleinen Kellernische nicht.
Wo dieser Rechner endet
- Der Rechner prüft den Grenzwert für den Aufstellraum. Die vollständige Sicherheitsbetrachtung nach EN 378 umfasst weitere Punkte, darunter Zugänglichkeit, Belüftung und Personengefährdungsklassen.
- Nationale Vorschriften und die Herstellervorgaben können strengere Anforderungen stellen.
- Der Rechner betrachtet den Aufstellraum. Führen Kältemittelleitungen durch weitere Räume — etwa bei einer Splitanlage —, ist jeder dieser Räume gesondert zu bewerten, und massgeblich ist der kleinste davon.
Häufige Fragen zum Kältemittel-Füllmenge
Wie viel Propan darf in einem Aufstellraum sein?
Das ergibt sich aus dem praktischen Grenzwert nach EN 378-1 mal dem Raumvolumen. Bei brennbaren Kältemitteln ist dieser Grenzwert deutlich niedriger als bei nicht brennbaren, weil er sich an der unteren Explosionsgrenze orientiert.
Ist Propan als Kältemittel ein Nachteil?
Sicherheitstechnisch verlangt es mehr Sorgfalt bei Aufstellung und Füllmenge. Fachlich hat es Vorteile: ein sehr geringes Treibhauspotenzial und gute thermodynamische Eigenschaften, die höhere Vorlauftemperaturen ermöglichen. Für natürliche Kältemittel gibt es zudem einen Förderbonus.
Betrifft mich das bei einer Monoblock-Anlage?
Meist nicht, weil der Kältekreis vollständig im Aussengerät liegt und nur Heizungswasser ins Haus geführt wird. Kritisch wird es bei Splitanlagen und bei innen aufgestellten Geräten.
Warum ist Propan sicherheitstechnisch anspruchsvoller?
Weil es brennbar ist und der zulässige Grenzwert je Raumvolumen deshalb deutlich niedriger liegt als bei nicht brennbaren Kältemitteln. Im Gegenzug hat es ein sehr geringes Treibhauspotenzial, gute thermodynamische Eigenschaften und ist für den Förderbonus für natürliche Kältemittel qualifiziert.
Was ist der praktische Grenzwert?
Der nach EN 378-1 zulässige Höchstwert an Kältemittel je Kubikmeter Raumluft. Er ist so bemessen, dass im Leckagefall keine gefährliche Konzentration entsteht — bei brennbaren Stoffen mit Bezug auf die untere Explosionsgrenze, bei anderen mit Bezug auf die toxikologische Wirkung. Multipliziert mit dem Raumvolumen ergibt er die höchstzulässige Füllmenge.
Muss ich meine Anlage auf Dichtheit prüfen lassen?
Für fluorierte Kältemittel schreibt die F-Gase-Verordnung wiederkehrende Dichtheitskontrollen ab bestimmten Füllmengen vor; die Intervalle richten sich nach dem CO2-Äquivalent der Füllung. Viele Wärmepumpen im Einfamilienhaus liegen darunter und sind hermetisch geschlossen, sodass keine Pflicht besteht — eine Kontrolle im Rahmen der Wartung ist trotzdem sinnvoll.