Drücke gehören dokumentiert, nicht nur gemessen

Betriebsdrücke und Dichtheit sind Prüfpunkte der Abnahme. Die Checkliste führt durch sie und durch das, was sonst noch festzuhalten ist.

Kältemitteldruck-Rechner: das Wichtigste in Kürze

Zu jeder Kältemitteltemperatur gehört ein Sättigungsdruck. Aus dem gemessenen Druck lässt sich die Temperatur ablesen — und umgekehrt.

So wird gerechnet

Der Rechner nutzt Druck-Temperatur-Tabellen auf Basis der Hersteller-Datenblätter für neun gängige Kältemittel. Im Zweiphasengebiet sind Druck und Temperatur fest gekoppelt: Wer den einen Wert misst, kennt den anderen.

Bei zeotropen Gemischen ist zwischen Taupunkt und Siedepunkt zu unterscheiden. Der Temperaturgleit zwischen beiden beträgt je nach Gemisch mehrere Kelvin — wer den falschen Bezugspunkt verwendet, bestimmt Überhitzung und Unterkühlung systematisch falsch.

Die Werte stammen aus den Datenblättern der Kältemittelhersteller. Im Zweiphasengebiet sind Druck und Temperatur eindeutig gekoppelt — deshalb lässt sich aus einer Druckmessung am Manometer die Verdampfungs- oder Kondensationstemperatur ablesen, ohne dass ein Fühler im Kreislauf sitzt.

Bei Arbeiten am Kältekreis gilt die F-Gase-Verordnung: Tätigkeiten an fluorierten Kältemitteln sind sachkundepflichtig. Dieser Rechner dient der Auswertung von Messwerten durch Fachpersonal, nicht als Anleitung zum Eingriff.

Grundlage: p-T-Tabellen auf Basis der Hersteller-Datenblätter für 9 gängige Kältemittel.

Was das Ergebnis bedeutet

Die praktische Anwendung ist die Bestimmung von Überhitzung und Unterkühlung: Aus dem Saugdruck folgt die Verdampfungstemperatur, die Differenz zur gemessenen Sauggastemperatur ist die Überhitzung. Analog auf der Hochdruckseite für die Unterkühlung.

Beide Werte sind die wichtigsten Diagnosegrössen im Kältekreis. Sie zeigen, ob die Füllmenge stimmt, ob das Expansionsventil richtig regelt und ob der Wärmetauscher sauber arbeitet.

Typische Zielbereiche geben Orientierung, ersetzen aber nicht die Herstellervorgabe: Zu geringe Überhitzung deutet auf Flüssigkeitsrückführung zum Verdichter hin, zu hohe auf Kältemittelmangel oder ein zu weit schliessendes Expansionsventil. Beide Zustände schädigen die Anlage, der erste sehr schnell.

Für die Fehlersuche ist der Vergleich beider Seiten aufschlussreich. Ein zu niedriger Saugdruck bei gleichzeitig hoher Überhitzung deutet auf Kältemittelmangel oder eine Drosselstelle hin; ein zu hoher Kondensationsdruck auf einen verschmutzten oder unterdimensionierten Verflüssiger. Erst beide Werte zusammen ergeben ein Bild.

Wo dieser Rechner endet

  • Arbeiten am Kältekreis sind sachkundepflichtig. Wer keinen Sachkundenachweis nach der F-Gase-Verordnung hat, darf den Kreislauf nicht öffnen.
  • Die Tabellenwerte gelten für das reine Kältemittel. Öl im Kreislauf und Fremdgasanteile verschieben die Werte.
  • Die Werte gelten für den stationären Betrieb. Kurz nach dem Anlauf, während einer Abtauung oder bei stark schwankender Last sind die Messwerte nicht aussagekräftig — für eine Beurteilung muss die Anlage eingeschwungen sein.

Häufige Fragen zum Kältemitteldruck-Rechner

Wie bestimme ich die Überhitzung?

Saugdruck messen, daraus über die Druck-Temperatur-Beziehung die Verdampfungstemperatur bestimmen, davon die gemessene Sauggastemperatur abziehen. Bei zeotropen Gemischen ist dafür der Taupunkt der richtige Bezug.

Was ist der Temperaturgleit?

Bei zeotropen Gemischen verdampft und kondensiert das Kältemittel nicht bei einer festen Temperatur, sondern über einen Bereich. Die Differenz zwischen Siede- und Taupunkt bei gleichem Druck ist der Gleit. Er beträgt je nach Gemisch mehrere Kelvin und muss bei jeder Berechnung berücksichtigt werden.

Darf ich selbst am Kältekreis arbeiten?

Nur mit Sachkundenachweis nach der F-Gase-Verordnung. Das gilt auch für das blosse Anschliessen eines Manometers an einen befüllten Kreislauf. Dieser Rechner dient der Auswertung von Messwerten, nicht als Anleitung zum Eingriff.

Wozu brauche ich die Druck-Temperatur-Beziehung?

Um Überhitzung und Unterkühlung zu bestimmen — die beiden wichtigsten Diagnosegrössen im Kältekreis. Sie zeigen, ob Füllmenge, Expansionsventil und Wärmetauscher zusammenspielen. Beide lassen sich nicht direkt messen, sondern nur aus Druck und Temperatur berechnen.

Welche Kältemittel deckt der Rechner ab?

Neun in Wärmepumpen und Kälteanlagen gängige Kältemittel, darunter sowohl klassische fluorierte Gemische als auch natürliche Stoffe. Für zeotrope Gemische werden Siede- und Taupunkt getrennt ausgewiesen, weil der Temperaturgleit sonst zu systematisch falschen Überhitzungswerten führt.

Welche Überhitzung ist normal?

Die Herstellervorgabe ist massgeblich; als Orientierung liegen übliche Werte am Verdichtereintritt im niedrigen einstelligen Kelvinbereich. Zu niedrig bedeutet Gefahr von Flüssigkeitsschlägen im Verdichter, zu hoch deutet auf Kältemittelmangel oder eine Drosselung hin. Beide Abweichungen sind Befunde, die eine Ursachensuche verlangen, keine Werte, die man einfach nachstellt.

Kann ich den Druck ohne Manometer bestimmen?

Nein — die Druck-Temperatur-Beziehung funktioniert nur in eine Richtung sinnvoll: Aus einem gemessenen Druck folgt die zugehörige Sättigungstemperatur. Umgekehrt aus einer aussen gemessenen Rohrtemperatur auf den Druck zu schliessen, ist unzuverlässig, weil die Oberflächentemperatur des Rohres von der Umgebung beeinflusst wird und im überhitzten Bereich ohnehin nicht mehr an den Sättigungsdruck gekoppelt ist.

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