Primärenergie ist die Grösse, an der GEG und Förderung hängen
Der Rechner zeigt die Bilanz. Was daraus an Zuschuss wird, hängt an Ihrem Gebäude, Ihrer alten Heizung und dem Zeitpunkt.
Kostenlos starten — keine Registrierung nötig
Primärenergie-Bilanz: das Wichtigste in Kürze
Der Primärenergiebedarf bewertet nicht nur, was im Haus verbraucht wird, sondern was die Bereitstellung dieser Energie insgesamt kostet. Er ist die Kenngrösse des Energieausweises.
So wird gerechnet
Gerechnet wird nach Anlage 4 des Gebäudemodernisierungsgesetzes. Der Endenergiebedarf jedes Energieträgers wird mit seinem Primärenergiefaktor multipliziert und aufsummiert.
Die Faktoren unterscheiden sich erheblich. Bei Strom ist der Faktor über die Jahre deutlich gesunken, weil der Anteil erneuerbarer Erzeugung gestiegen ist. Das ist der Grund, warum eine Wärmepumpe in der Primärenergiebilanz auch dann gut abschneidet, wenn ihr Stromverbrauch in Kilowattstunden nicht klein ist.
Selbst erzeugter und selbst genutzter Solarstrom wird gesondert angerechnet und verbessert die Bilanz zusätzlich. Angerechnet wird dabei nur der tatsächlich im Gebäude verbrauchte Anteil, nicht die eingespeiste Menge — für die Wärmepumpe ist das im Winter der kleinere Teil, weil Wärmebedarf und Solarertrag gegenläufig verlaufen.
Anlage 4 zu § 22 des Gebäudemodernisierungsgesetzes (GModG) enthält die Primärenergiefaktoren der Energieträger. Sie sind gesetzlich festgelegt und werden fortgeschrieben — eine Bilanz gilt deshalb immer für den Rechtsstand, unter dem sie erstellt wurde.
Der Faktor für Strom ist über die letzten Jahre erheblich gesunken, weil er den Anteil erneuerbarer Erzeugung abbildet. Für Wärmepumpen wirkt das doppelt: Sie brauchen ohnehin weniger Endenergie je Kilowattstunde Wärme, und die Endenergie, die sie brauchen, wird zusätzlich günstiger bewertet.
Grundlage: Berechnung nach Anlage 4 (§ 22 GModG) — die Grundlage des Energieausweises.
Was das Ergebnis bedeutet
Der Primärenergiebedarf entscheidet über die Einstufung im Energieausweis und darüber, ob die Anforderungen an ein Effizienzhaus erreicht werden. Er ist damit unmittelbar förderrelevant.
Für die Betriebskosten ist er dagegen nicht die richtige Kenngrösse — dafür zählt der Endenergiebedarf mal Ihrem Preis. Beide Zahlen werden in der Praxis häufig verwechselt.
Für die Förderung ist diese Kennzahl entscheidend. Effizienzhausstufen werden über den Primärenergiebedarf im Verhältnis zu einem Referenzgebäude definiert — wer eine Stufe knapp verfehlt, verliert einen erheblichen Teil der Förderung.
Bei einer Sanierungsplanung lohnt es sich, die Bilanz vor der Ausführung zu rechnen. Effizienzhausstufen sind Schwellenwerte: Wer knapp darunterbleibt, bekommt die höhere Förderung; wer knapp darüber landet, bekommt sie nicht — bei oft geringem Unterschied in den Baukosten.
Wo dieser Rechner endet
- Der Rechner bildet die Bilanzierung ab, ersetzt aber keinen Energieausweis. Dieser darf nur von berechtigten Ausstellern erstellt werden.
- Die Primärenergiefaktoren sind gesetzlich festgelegt und werden fortgeschrieben. Eine Bilanz gilt für den Rechtsstand, unter dem sie erstellt wurde.
- Die Bilanz beschreibt das Gebäude unter genormten Randbedingungen, nicht Ihren tatsächlichen Verbrauch. Abweichungen zwischen berechnetem Bedarf und gemessenem Verbrauch sind normal und liegen meist am Nutzerverhalten.
Häufige Fragen zum Primärenergie-Bilanz
Was ist der Unterschied zwischen End- und Primärenergie?
Endenergie ist, was bei Ihnen ankommt und was Sie bezahlen. Primärenergie bewertet zusätzlich die Vorkette — Gewinnung, Umwandlung, Transport. Für die Heizkostenrechnung zählt die Endenergie, für Energieausweis und Förderung die Primärenergie.
Warum schneidet die Wärmepumpe hier so gut ab?
Weil zwei Effekte zusammenkommen: Sie macht aus einer Kilowattstunde Strom mehrere Kilowattstunden Wärme, und der Primärenergiefaktor für Strom ist mit dem Ausbau der erneuerbaren Erzeugung deutlich gesunken.
Warum weicht mein tatsächlicher Verbrauch vom Energieausweis ab?
Weil der Ausweis mit genormten Randbedingungen rechnet: festgelegte Raumtemperatur, festgelegter Luftwechsel, festgelegte Nutzung. Ihr tatsächliches Verhalten weicht davon ab. Der Bedarfsausweis vergleicht Gebäude miteinander, er sagt nichts über Ihre Heizkostenabrechnung.
Was ist ein Effizienzhaus?
Eine Einstufung, die den Primärenergiebedarf eines Gebäudes ins Verhältnis zu einem gesetzlich definierten Referenzgebäude setzt. Ein Effizienzhaus 70 braucht demnach 70 Prozent der Primärenergie des Referenzgebäudes. Die Stufe bestimmt die Förderhöhe und wird über die Bilanz nach Anlage 4 GModG nachgewiesen.
Brauche ich für die Förderung einen Energieausweis?
Für Einzelmassnahmen wie den Heizungstausch in der Regel nicht. Für die Förderung ganzer Effizienzhausstufen ist dagegen der rechnerische Nachweis über den Primärenergiebedarf zwingend, und er wird von einem Energieeffizienz-Experten erstellt. Dieser Rechner bildet die Systematik ab, ersetzt den Nachweis aber nicht.
Ändert sich meine Einstufung, wenn der Primärenergiefaktor für Strom sinkt?
Rechnerisch ja — eine heute erstellte Bilanz mit einem später gesenkten Faktor fiele günstiger aus. Massgeblich ist aber immer der Rechtsstand zum Zeitpunkt der Antragstellung. Eine bestehende Bewilligung wird durch eine spätere Änderung weder besser noch schlechter.